Protest der Gruppe "Rassismus tötet! Göttingen"

Handfeste Demonstration in Göttingen nach Brand in Hamburg

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Das Mehrfamilienhaus in Hamburg-Altona: Dort starben eine Mutter und ihre zwei Söhne. Gegen die Brandstiftung wurde am Freitag in Göttingen demonstriert. Als Täter wurde ein strafunmündiger Junge ermittelt.

Göttingen/Hamburg. Zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei kam es am Freitag in den frühen Abendstunden in Göttingen. Die Beamten haben Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Der Protest richtete sich nach anonymen Angaben der Gruppe „Rassismus tötet! Göttingen“ gegen einen Brand in einem von Asylbewerbern bewohnten Haus in Hamburg-Altona. Dabei waren am vergangenen Mittwoch eine 33-jährige Frau aus Pakistan und ihre sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben gekommen. 27 Bewohner des Mehrfamilienhauses wurden verletzt.

Die Auseinandersetzung in Göttingen eskalierte am Freitag gegen 18.45 Uhr: Bei einem Versuch, den Demonstrationszug wegen möglicherweise notwendigen Verkehrsmaßnehmen anzuhalten, kam es im Bereich Kornmarkt zu einem Aufeinandertreffen von Polizisten und Demonstranten. Als die Beamten versuchten, einzelne Versammlungsteilnehmer zurückzudrängen, wurden drei Polizisten aus der Menge heraus mit Fausthieben und Fußtritten angegriffen. Zuvor war ein erster Versuch, den Demonstrationszug zu lenken, misslungen.

Die etwa 300 Teilnehmer hatten sich am Freitag gegen 18 Uhr spontan am Gänseliesel versammelt. Versuche der Polizei, im Vorfeld der Kundgebung im persönlichen Kontakt beziehungsweise mit Lautsprechereinsatz einen Ansprechpartner für die erforderlich Absprachen zu ermitteln, waren fehlgeschlagen.

Die Beamten blieben bei der Auseinandersetzung unverletzt. Sie trugen Schutzausrüstung. Die Demonstration, deren Teilnehmer laut Polizei verschiedenen Gruppierungen der linken Szene zuzurechnen sind, löste sich gegen 19 Uhr auf dem Marktplatz auf.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch und versuchter Körperverletzung ein. Die Ermittlungen dauern an.

Täter ist ermittelt

Unterdessen wurde von der Hamburger Polizei der mutmaßliche Brandstifter ermittelt. Es handelt sich 13-Jährigen. Er ist Mitglied der Hamburger Jugendfeuerwehr und räumte gegenüber den Beamten die Tat in Altona ein. Laut Polizei steckt kein politisches Motiv dahinter.

Der strafunmündige Junge wurde zunächst in einer Einrichtung für Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht, berichtete die Hamburger Polizei am Samstag. Der Junge war nach Auswertung von Überwachungskameras identifiziert worden. (bsc)

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