Hohe Rechnungen trotz aufgebrauchtem Guthaben möglich

Verbraucherzentrale warnt vor Kostenfalle bei Handy-Karten

Göttingen. Prepaid-Verträge zeichnen sich durch überschaubare Kosten aus – denkt man. Denn eigentlich sollte die Sache ganz einfach sein: Von der Handy-Karte kann nur abgezogen werden, was an Guthaben drauf ist. Irrtum.

Laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen werden den zuständigen Beratern dort immer wieder Rechnungen in bis zu vierstelliger Höhe vorgelegt. Und das, obwohl das Kartenguthaben bereits aufgebraucht ist. Wie kann das sein?

Viele Verbraucher gehen automatisch davon aus, dass telefonieren oder surfen im Internet nicht mehr möglich ist, sobald kein Guthaben mehr auf der Karte ist. Weit gefehlt – auch bei Prepaidkarten kann ein Minus entstehen. Denn die Kostenkontrolle gilt häufig nur bei Telefonaten ins deutsche Fest- oder Mobilfunknetz.

Die teuren Premiumdienste, Sonderrufnummern oder Auslandstelefonate sind oft nicht im Angebot inbegriffen. Informationen, die sich häufig im Kleingedruckten der Allgemeinen Geschäftsbedingungen finden lassen. Eine Tatsache, die gerade in Kinderhänden teure Folgekosten mit sich bringen kann.

Denn viele Anbieter haben die Funktion der Komfortaufladung eingestellt: Damit wird das Guthaben automatisch um einen bestimmten Betrag aufgeladen. Und zwar direkt vom Bankkonto des Kunden.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert daher in einer Pressemitteilung, dass Prepaidangebote  dem Verbraucher die Sicherheit geben müssen, die monatlichen Kosten im Blick zu behalten und auf keinen Fall ins Minus rutschen dürfen: „Telefonieren, Simsen und im Internet surfen im In- oder Ausland darf nur bei positivem Guthaben möglich sein“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: „Wer mit Kostenkontrolle wirbt, sollte seine Kunden auch vor der automatischen Aufladung schützen.“

Folglich also keine voreingestellte automatische Aufladung aktivieren – insbesondere bei der Zielgruppe Kinder und Jugendliche.

Hintergrund: Zahlung mit Prepaid-Karten

Der Begriff Prepaid kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie “vorausbezahlt”.

Prepaidkarten sind Guthabenkarten für die Nutzung von Dienstleistungen (z.B. im Telekommunikationsbereich) über vorausbezahlte Guthabenkonten. Dabei werden Leistungen mit dem Prepaid-Guthaben bezahlt, das vorher auf die Karte aufgeladen wurde.

Die Zugangsinformationen der Karte gewähren dem Besitzer Zugriff auf sein Konto, das namentlich oder anonym beim Kartenherausgeber geführt wird und von dem die fälligen Beträge für geführte Telefongespräche heruntergebucht werden. (mel)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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