Korrespondent Peter Mlodoch berichtet aus der Landeshauptstadt

Beobachtungen aus Hannover: Boris allein in Amerika

Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat in dieser Woche wieder Interessantes und Buntes in der Landeshauptstadt aufgeschnappt.

Allein am Computer

Ganz neue Fähigkeiten waren von Niedersachsens GEW-Landeschef Eberhard Brandt verlangt. Die Lehrergewerkschaft wollte neue Zahlen über den Bewerbermangel an Grund-, Haupt- und Realschulen verbreiten und dies natürlich auch mit Forderungen an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) garnieren.

Doch dummerweise war die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, die als einzige den Mailserver bedienen kann, erkrankt. Brandt musste also eigenhändig ran – und die Mitteilungen einzeln über seine private E-Mail-Adresse verschicken.

Pistorius ohne Helfer

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) befindet sich derzeit auf großer Dienstreise in den USA. Dort informiert er sich aus erster Hand über Terrorabwehr, die Arbeit von Polizei und Geheimdiensten sowie andere Sicherheitsfragen. Für seine Gespräche brauche Pistorius keinen Dolmetscher, erklärte ein daheim gebliebener Sprecher. Sein Chef sei des Englischen sehr gut mächtig. „Selbstverständlich hat sich der Minister zusätzlich intensiv vorbereitet“, ergänzte er. „Dazu gehörte auch eine Auffrischung der Fachbegriffe.“

Süßstoff im Latte

Bislang ist FDP-Fraktionschef Christian Dürr nicht gerade als Kandidat für Figurprobleme aufgefallen. Doch seit neuestem bestellt der Liberale zu seinem Latte Macchiato Süßstoff. „Ich wollte einfach mal den vielen Zucker einschränken“, erklärte Dürr. Er sei überrascht gewesen, dass der Geschmack des Milchkaffees durch den künstlichen Ersatzstoff nicht leide.

Spekulationen, dass der plötzliche Schlankheitstripp wie bei vielen anderen Politikern mit dem Streben nach neuen Karrieren zu tun haben könne, lächelte der FDP-Mann aus Ganderkesee dagegen weg.

EIEREI um VW

Die Kunst der Diplomatie musste wieder einmal Regierungssprecherin Anke Pörksen bemühen. Was denn Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), die beide im Aufsichtsrat von Volkswagen sitzen, angesichts der Abgas-Krise von den Bonus-Zahlungen an die VW-Vorstände hielten, wollten Pressevertreter wissen. Auskünfte dieser Art sind heikel, weil Interna aus dem Kontrollgremium des Konzerns der Geheimhaltung unterliegen. „Sie können davon ausgehen, dass die Aufsichtsräte ein ausgesprochenes Problembewusstsein haben“, versuchte Pörksen sich aus der Affäre zu ziehen. Doch die Medienleute ließen nicht locker, hakten nach, wie sich dieses Bewusstsein denn äußere und auswirke. Die Sprecherin aber blieb blumig: „Es gibt diesbezüglich ein größeres Unbehagen.“ Welche Konsequenzen Weil und Lies ziehen könnten, verriet sie nicht.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.