Frühere SPD-Hochburg

Onay gewinnt Stichwahl: Hannover wird jetzt grün regiert

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Die Nummer eins in Hannover: Belit Onay (Mitte) freut sich mit Frau Derya und Grünen-Chef Robert Habeck.

In der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Hannover hat sich Belit Onay (Grüne) gegen Eckhard Scholz, der für die CDU antrat, durchgesetzt.

Von „Erobern“ mochte Hannovers künftiger Oberbürgermeister Belit Onay gar nicht gern nicht sprechen. „Das Rathaus gehört den Hannoveranerinnen und Hannoveranern“, sagte der bisherige Grünen-Landtagsabgeordnete mit türkischen Wurzeln. „Ich möchte diese Stadt gern zusammenführen. Ich möchte Bürgermeister für alle sein – egal wo sie ihr Kreuz gemacht haben. Und egal, wo ihre Eltern oder Großeltern herkommen.“

Mit 52,9 zu 47,1 Prozent hatte Onay am Sonntag die Stichwahl gegen den von der CDU aufgestellten, aber parteilosen Maschinenbauingenieur Eckhard Scholz gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,5 Prozent. Die Amtsgeschäfte könnte der Grüne bereits in der übernächsten Woche übernehmen. Grünen-Bundeschef Robert Habeck sprach von einem wichtigen Signal für eine offene Gesellschaft, in der die Herkunft keine Rolle mehr spiele.

Trotz Enttäuschung bleibt er fair 

Der ehemalige Chef der Volkswagenwerks Nutzfahrzeuge in Hannover zeigte sich schwer enttäuscht, aber gleichzeitig als fairer Verlierer. „Belit Onay wird ein würdiger Oberbürgermeister von Hannover sein. Ich wünsche ihm viel Glück.“ Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatten die beiden ganze 49 Stimmen auseinander gelegen. Die vorzeitige Wahl war nötig geworden, weil das bisherige Stadtoberhaupt Stefan Schostok wegen der Rathausaffäre um illegale Gehaltzulagen und einer Anklage wegen Untreue zurückgetreten war.

Onay musste vor allem sein Wahlversprechen der autofreien Innenstadt erklären. „Ich werde nichts mit der Brechstange durchsetzen“, kündigte der 38-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung an. Er wolle mit den Kritiker reden und verstehe die Ängste vor allem beim Einzelhandel in der Stadt.

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