Peter Mlodoch berichtet

Die Woche in Hannover: Närrinnen, Karneval und ein neuer Tatort

Göttingen/Hannover. Die Woche in Hannover: Unser Korrespondent Peter Mlodoch fasst das Geschehen – auch abseits des Landtags – zusammen.

Ein bisschen zu viel: Das war dann vielleicht doch ein bisschen zu viel. Am Donnerstag stürmten rund 30 leicht bekleidete Närrinnen die Staatskanzlei in Hannover und eroberten das Büro von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Am nächsten Tag musste sich der arme Regierungschef krankmelden. „Nichts Schlimmes, eine Erkältung, was man halt zu dieser Jahreszeit so hat“, berichtete Regierungssprecherin Anke Pörksen. Ungefragt wies sie sofort jeden Zusammenhang mit der luftigen Weiberfastnacht-Aktion, bei der Weil einen lilafarbenen Seidenschlips einbüßte, zurück. „Der MP hatte schon die ganze Woche Halsschmerzen.“ Spott seiner politischen Freunde war Weil trotzdem gewiss. „Da sind ihm wohl einige Damen ziemlich nahegekommen…“

Das passende Kostüm: Probleme anderer Art mit dem Karneval hat Innenminister Boris Pistorius (SPD). Er will am Sonntag auf einem der Umzugswagen beim Braunschweiger Schoduvel mitfahren und damit seine Solidarität mit den Narren bekunden. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei die Veranstaltung wegen einer Terrorwarnung kurzfristig abgesagt. Jetzt steht der Ressortchef allerdings vor der schwierigen Frage der Kostümierung. Seine Idee, einfach eine Osnabrücker Narrenkappe seiner dortigen Zeit als Oberbürgermeister aufzusetzen, löste in Braunschweig leichte diplomatische Irritationen aus. „Wir werden aber eine Lösung finden“, versicherte ein Ministeriumssprecher. Das sollte machbar sein: Osnabrück ist ja schließlich nicht Hannover - die Stadt, zu der Braunschweig traditionell eine innige Feindschaft pflegt.

Grund zur Freude: Niedersachsens Regierungen, egal welcher Farbe, brüsten sich gern mit der Vorreiterrolle, die das Land angeblich in diversen Bereichen einnimmt. Jetzt gibt es wirklich Grund zur Freude. Das Niedersächsische Finanzgericht hatte laut Statistischem Bundesamt 2014 mit durchschnittlich 8,6 Monaten die kürzeste Prozessdauer in ganz Deutschland. Eine Jubelmeldung war dies den rot-grünen Regenten diesmal freilich nicht wert. Zur Sicherheit Mit Mord und Totschlag lässt sich ja eigentlich keine Werbung betreiben. Aber wenn die Verbrechen im Fernsehen passieren, können sie sich durchaus als positiver Standortfaktor erweisen. So lädt denn auch der Leiter der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, Michael Rüter, einen ausgewählten Zuschauerkreis am Montag zur Preview des neuen „Tatort“ in die „Botschaftsräume“ nahe des Brandenburger Tors. „Zorn Gottes“ heißt die NDR-Produktion mit Wotan Wilke Möhring alias Kommissar Thorsten Falke in der Hauptrolle; es geht – ganz aktuell – um Schleuser und islamistische Gotteskrieger. Nach der Vorführung gibt es eine Gesprächsrunde mit Drehbuchautor und Regisseur, danach wartet ein „Umtrunk mit Imbiss“. Normale TV-Zuschauer müssen auf das Werk bis zum 20. März warten.

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