Korrespondent Peter Mlodoch berichtet

Die Woche in Hannover: Schmackhafte Politik und wankende Züge

Göttingen/Hannover. Die Woche in Hannover: Unser Korrespondent Peter Mlodoch fasst das Geschehen – auch abseits des Landtags – zusammen.

Politik mit Essen: Messerundgänge, Einträge in Goldene Bücher oder Podiumsdiskussionen gehören zu den üblichen Politikerterminen. Um etwas Besonderes zu bieten und vielleicht auch besondere Aufmerksamkeit zu erheischen, müssen da dann schon ausgefallenere Namen her. Wie wäre es etwa mit „Brunch-Talk“. Klingt geschäftig und modern. Dabei geht es beim Besuch von Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) in der Berliner Landesvertretung von Rheinland-Pfalz eher um eine Rückbesinnung auf alte Werte, nämlich die bäuerliche Landwirtschaft. Passender ist das schon die „Politische Mittagspause“, zu der Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) vom Unternehmerverband Niedersachsenmetall am Montag in eine Osnabrücker Firma geladen wird. Hoffentlich bleibt in beiden Fällen ausreichend Zeit zum Essen.

Dienst ist Dienst: Kulinarische Genüsse der eher flüssigen Art stehen ganz oben auf dem Programm des berühmt-berüchtigten „Niedersachsen-Abend“ im Rahmen der großen Landwirtschaftsausstellung „Grüne Woche“ in Berlin. Der Landtag verkürzt am nächsten Mittwoch eigens die Tagesordnung, damit nicht nur Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Agrarminister Christian Meyer (Grünen), sondern auch zahlreiche Abgeordnete aller Fraktionen pünktlich zur Sause in die Bundeshauptstadt abreisen können. Für den nächsten Morgen kennt der Ältestenrat des Parlaments allerdings keine Gnade. Das Plenum fange ungeachtet etwaiger Kater-Folgen pünktlich um neun Uhr an, erklärte ein Sprecher. „Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps.“

Gedankenspiele: Mit Gedankenspielen über eine Residenzpflicht für Asylbewerber löste Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Verwunderung beim politischen Gegner und Irritationen beim grünen Koalitionspartner aus. Der Regierungschef bemühte sich daraufhin in Interviews, der Idee die Schärfe zu nehmen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen als lediglich vorrübergehende Maßnahme darzustellen. Seine Sprecherin Anke Pörksen sprang ihm später bei und probierte es mit einem neuen Wort. „Der Begriff Residenzpflicht ist sicher nicht ganz glücklich. Lassen Sie uns lieber von Wohnsitzauflage sprechen.“ Ob das die Grünen aber besser finden?

Durchgeschüttelt: Ein wenig durchgeschüttelt fühlte sich FDP-Fraktionschef Christian Dürr. Er war in Delmenhorst in einen der neuen Doppelstock-Intercitys der Bahn gestiegen und bekam auf dem Weg nach Hannover prompt die kleinen Macken der modernen Gefährte mit. „Der wackelt wirklich“, berichtete Dürr nach seiner Zugreise. Die Bahn hatte vor Weihnachten Komfort-Probleme der IC zugegeben: Das leichte Wanken stelle sich auf frisch abgeschliffenen Schienen ein, es sei aber ungefährlich. Das konnte auch der FDP-Abgeordnete bestätigen: „Schlecht ist mir nicht geworden.“ (ymp)

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