Notizen aus der Landeshauptstadt

Splitter aus Hannover: Rot-grüne Liebelei und ein „Ecki“ 

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Peter Mlodoch, HNA-Korrespondent aus Hannover

Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat wieder genau hingeschaut und zugehört. Ergebnis: die Splitter aus der Landeshauptstadt.

Ihr grünes Herz zeigt Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) jetzt all ihren Besuchern. Blüten, Blätter, Zweige und Stängel zieren seit Kurzem ihr herrschaftliches Arbeitszimmer, das einst im Leineschloss als Wintergarten genutzt wurde. 

Die Pflanzen sind aber nicht echt. Die Künstlerin Julia Schmid hat zwar lebende Exemplare als Vorlage gesammelt, dann die Gewächse aber in einer Art „Hyper-Realismus“ mit Öl auf eine 2,80 mal 1,50 Meter große Leinwand gebannt. Dieses extrem grünlastige Bild „Biotop Leine-Landtag“ prangt über der Sitzecke im Präsidentinnen-Büro. 

Ein politisches Manifest? Bislang hing dort das düster-blaue Werk „Landschaft im Nebel“ des polnischen Malers Andrzej Klimczak-Dobrzaniecki und erfreute – mehr oder weniger – die früheren CDU-Präsidenten Bernd Busemann, Hermann Dinkla und Jürgen Gansäuer.

Ungeahnte Paarbeziehungen bahnten sich beim Tag der offenen Tür im Landtag an. Beim Partnersuch-Spiel Herzblatt ließ die Grünen-Abgeordnete Julia Hamburgnicht nur ihren SPD-Kollegen Deniz Kurku abblitzen, auch ihre eigenen Parteifreund Dragos Pancescu verschmähte sie. Beide versagten bei der letzten Frage, wie sie sich beim ersten Date elegant aus der Affäre ziehen, wenn es nicht funkt. Dasmachte CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer deutlich besser: Er verwies einfach auf sein vorheriges Leben als Scheidungsanwalt. Julia Hamburg war begeistert und wählte den Christdemokraten, der prompt von eine „neuen schwarz-grünen Liebe“ schwärmte.

Aus Eckhard Scholz wird Ecki Scholz

Neue Brille, Doktortitel aus allem Werbematerial wegoperiert und nun noch ein Spitzname: Mit allen Mitteln versucht Hannovers CDU, ihrem Kandidaten für die Oberbürgerwahl in der Landeshauptstadt am 27. Oktober ein volksnahes Image zu verpassen. 

Aus Eckhard Scholz wird also Ecki Scholz. Ob das auf einen 56-jährigen promovierten Ingenieur und Ex-Manager von Volkswagen wirklich passt, müssen zwar erst noch die Stimm-Ergebnisse in zwei Monaten zeigen. Aber das andere CDU-Spitzenpersonal kann ja schon mal über eigene Verniedlichungsformen nachdenken. Ein Bernie Althusmann für den Wirtschaftsminister oder ein Reini Hilbers für seinen Finanzkollegen klingen doch auch ganz nett. 

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