Splitter aus Hannover

Verletzung beim Trampolinspringen: kein Heim-Marathon für Kultusminister Tonne

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Grant Hendrik Tonne (SPD)passierte ein Missgeschick

Dass Eltern im Home-Office einen Rückzugsort gut gebrauchen können, wissen wir nun. Ein großer Auto-Konzern hat nun eine Idee dafür entwickelt, die anscheinend auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gefällt.

Mehr dazu sowie zu ungewöhnlichen Wettrennen von Politikern in Hannover gibt es in den Splittern aus der Landeshauptstadt, die wie immer unser Korrespondent Peter Mlodoch zusammengetragen hat.

Marathon geknickt

Ein Knick mit Folgen: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), der gerade das schrittweise Öffnen der Schulen organisieren muss, hat sich im Garten beim Trampolinspringen mit seinen Kindern die Bänder im linken Knöchel gerissen. Sein Nachwuchs sei aber nicht schuld, betonte der Ressortchef: „Das ist ganz ohne Fremdeinwirkung passiert, ich bin einfach umgeknickt.“ Nun muss Tonne mindestens vier Wochen eine Schiene tragen. „Das Gehen ist dadurch etwas eingeschränkt.“ Damit nicht genug: Seine von zu Hause aus geplante Teilnahme am „Stay-at-home-Marathon“, dem virtuellen Renn-Ersatz in Hannover am kommenden Sonntag, kann der passionierte Läufer jetzt ebenfalls knicken. „Das ist leider Geschichte.“

Alles mit Bedacht

Einen Wettlauf der ganz anderen Art lieferten sich die Fraktionen des Niedersächsischen Landtags. Hinter den Kulissen hatten sich SPD, CDU, Grüne und FDP zum Verzicht auf die eigentlich am 1. Juli anstehende Diäten-Erhöhung um 2,8 Prozent von 7175 Euro auf monatlich 7376 Euro verständigt. Die Verkündigung der Opfer-Geste aus Anlass der Corona-Krise konnte am Mittwoch dann nicht schnell genug gehen: Die Liberalen waren um 15.04 Uhr die Ersten, gefolgt von Grünen um 15.10 Uhr und SPD um 15.12 Uhr. Nur die CDU ließ sich noch einen ganzen Tag Zeit. „Bei uns entscheidet jeder Abgeordnete immer noch selbstständig und für sich selbst“, erklärte ein Sprecher. Daher habe man die Fraktionssitzung abgewartet. Das Ergebnis: Geschlossen votierten die 50 CDU-Parlamentarier gegen den Aufschlag. „Für uns steht außer Frage, dass es in dieser Zeit Solidarität braucht“, betonte Fraktionschef Dirk Toepffer.

Geschäftsidee

Aus den kleinen und oft auch großen Nöten beim Home-Office versucht Niedersachsens halbstaatlicher Auto-Konzern VW, eine Werbe-Idee für sein Van-Modell Sharan zu stricken. Tobende Kinder während der Video-Konferenz zuhause? Kein Problem: „Arbeiten im Auto kann die beste Lösung für diejenigen sein, die am Tag ein paar Stunden Ruhe brauchen, um konzentriert Aufgaben für ihren Job zu erledigen.“ Mit wenigen Handgriffen lasse sich der Sharan zum „rollenden Büro“ umbauen, erklären die Produktmanager. Bleibt für geplagte Familien eigentlich nur noch die Finanzierungsfrage. Aber vielleicht hat ja genau dafür Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) die Abwrackprämie vorgeschlagen.

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