Korrespondent aus Hannover

Das war los in der Landeshauptstadt: In Changde gibt es ein Hannover-Viertel

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Peter Mlodoch

Hannover/Göttingen. Die Woche in der Landeshauptstadt hat unser Korrespondent Peter Mlodoch beobachtet und das Auffälligste notiert.

Einen Wort-Wettstreit der besonderen Art erlebte der Landtag. Unter dem Motto „Frauen an die Macht“ hatte Parlamentspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) zum Poetry Slam in den Ex-Interims-Plenarsaal geladen. Fünf junge Dichterinnen aus der Republik schimpften über böse Anmache, lästerten über Macho-Typen oder beschrieben sinnlich das Erwachsenwerden. Das – beidgeschlechtliche – Publikum auf den „ausverkauften“ Plätzen johlte und vergab für die sehr unterschiedlichen Textbeiträge fast nur hohe Wertungen. „Das ist doch super hier“, strahlte die Hausherrin. Kleiner Wermutstropfen: Von den Abgeordneten kamen nur Meta Janssen-Kucz (Grüne) und Björn Försterling (FDP). Neue Debatten-Ideen im echten Landtag sind also kaum zu erwarten.

Bierzapfen und Grillen – da gibt es schlechtere Praktikumsplätze. Für seine Reihe „Arbeit und Dialog“ hat sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) demnächst in einer Waldgaststätte im Heidekreis angemeldet. Dort will er zur Mittagszeit der Pächterfamilie zur Hand gehen und beim Bedienen der Kundschaft helfen. Vorher wäre allerdings noch zu klären, wem die vom Ministerpräsidenten eingeworbenen Trinkgelder zustehen.

Seit 2010 pflegt die chinesische Stadt Changde in der Provinz Hunan eine innige Beziehung zu Hannover. Weil hiesige Ingenieure das Wassersystem der Sechs-Millionen-Einwohner-Metropole auf Vordermann gebracht haben, gibt es dort zum Dank ein Hannover-Viertel. Jetzt eröffnete Changde in Hannover eine Vertretung. „Changde kann noch viel von Hannover lernen“, lobte Vize-Bürgermeister Huiqing Chen beim Startschuss und erhob die ungewöhnliche Städtefreundschaft zum Vorbild für die Kanzlerin. „Wir hoffen, dass diese irgendwann auch mal die Aufmerksamkeit von Frau Merkel findet.“

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