Hannover

Seltene Tollwut bei Fledermaus nachgewiesen - Virus auch für Menschen gefährlich

Eine seltene Art der Tollwut haben Experten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bei einer Fledermaus entdeckt. (Symbolbild)
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Eine seltene Art der Tollwut haben Experten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bei einer Fledermaus entdeckt. (Symbolbild)

Eine seltene Art der Tollwut haben Experten in Hannover bei einer Fledermaus entdeckt. Der Virus könnte auch für Menschen gefährlich werden.

Hannover - Einen seltenen Fall von Tollwut hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) bei einer Fledermaus nachgewiesen. Das Tier war in Minden in Nordrhein-Westfalen entdeckt und geschwächt in eine Auffangstation gebracht worden.

Wie das Veterinäramt im Kreis Minden-Lübbecke am Dienstag (15.06.2021) mitteilt, habe sich die Fledermaus aggressiv verhalten und sei deshalb eingeschläfert und zur Untersuchung nach Hannover verschickt worden.

Seltenes Virus: Experten aus Hannover entdecken Tollwut-Erreger bei Fledermaus

Dort wiesen Experten des Laves in Niedersachsen bei dem Tier einen sehr seltenen Tollwut-Erreger nach, heißt es in Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Um welche Art es sich bei der infizierten Fledermaus handelt, teilten die Behörden jedoch nicht mit.

Bei Tollwut handelt es sich um eine Viruserkrankung, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Wie der Landkreis Minden-Lübbecke weiter warnt, sollen Fledermäuse grundsätzlich nicht ohne feste Lederhandschuhe berührt werden, denn Tollwutinfektionen, welche durch Bisse übertragen werden können, seien auch für den Menschen gefährlich. Bissverletzungen müssten daher unbedingt verhindert werden.

Viruserkrankung Tollwut kann auch für Menschen gefährlich werden

Nicht jeder Biss durch ein erkranktes Tier führt jedoch auch zur Infektion des Menschen. Das Virus, das eine Tollwut auslösen kann, vermehrt sich im zentralen Nervensystem. Durch eine Impfung innerhalb von vier Tagen nach der Übertragung könne der Ausbruch der Krankheit verhindert werden. Komme die Krankheit zum Ausbruch, ende sie immer tödlich, heißt es in einem Bericht von ntv.

Im vergangenen Jahr ist Tollwut bei Fledermäusen deutschlandweit nur vier Mal nachgewiesen worden. Zuletzt war die Viruserkrankung im Herbst 2020 bei einer Fledermaus im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen belegt worden. 2019 sind bundesweit neun Fälle registriert worden. (Helena Gries)

Im Jahr 2018 ist ein sechsjähriger Junge in den USA an der dort extrem seltenen Tollwut gestorben. Der Junge war von einer kranken Fledermaus gekratzt und angesteckt worden.

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