Wissenschaftsmuseum: Universität sucht Partner

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Braches Land: Gelände zwischen Bahnlinie, Groner Landstraße und Berliner Straße/Groner Tor. Der Gebäudekomplex des Zoologischen Instituts, wo auch das Zoologische Museum untergebracht ist, soll zum Wissenschaftsmuseum werden. Hier ist auch ein Hotel geplant. Zudem könnte der Verwaltungssitz der Sparkasse Göttingen hier gebaut werden.

Göttingen. Ministerpräsident Stephan Weil besucht auf seiner Sommerreise am Donnerstag Göttingen. Dabei geht es um ein für die Uni und Stadt wegweisendes Projekt: das in Deutschland einzigartige Wissenschaftsmuseum. Ein prominent besetzter Beirat unterstützt die Uni bei der Konzeption – noch fehlt aber Geld.

In der Diskussion ist der Standort. „Es ist die optimale Lage“, sagt die Präsidentin der Universität, Prof. Ulrike Beisiegel, und meint den Gebäudekomplex des Zoologischen Institutes. Es liegt am Bus- und Zugdrehkreuz Bahnhof sowie am Zubringer zur Autobahn (Groner/Kasseler Landstraße) und dem Innenstadtring (Berliner Straße/Bürgerstraße).

Für Ulrike Beisiegel und die Leiterin der Zentralen Kustodie, Dr. Marie Luisa Allemeyer, geht es nun darum, per für das Wissenschaftsmuseum zu werben – vor allem in Kreisen der politischen Entscheider. Im Sinne der Sache unterwegs sind nach eigener Aussage auch Thomas Oppermann (SPD) in Berlin und Ministerpräsident Stefan Weil (SPD). Der weiß möglicherweise schon mehr über das Projekt, denn als eine Station seiner Sommerreise am 17. und 18. Juli weist Weils Büro das „Haus des Wissens“ in Göttingen als einen Haltepunkt aus. „Ja es stimmt, der Ministerpräsident kommt auch wegen des Projektes nach Göttingen“, sagt Beisiegel, die es mit Allemeyer dem Landeschef vorstellen will. Klar ist: Möglich wird das Museum nur durch Teamarbeit, eine entschlossene ideelle und finanzielle Unterstützung aus Uni, Stadt, Politik und Wirtschaft erforderlich. Das kann es nämlich nur geben, wenn die Uni Geld viel Geld – einen zweistellige Millionen-Betrag.

Starkes Umfeld

Werben für Wissenschaftsmuseum: Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel (links) und Zentrale-Kustodie-Leiterin Dr. Marie-Luisa Allemeyer. Foto: Kopietz

Wichtig für Beisiegel ist auch, dass der Standort ein starkes Umfeld erhält. Noch herrscht um das imposante Zoologie-Gebäude eine Brache. Um ein von der Stadt ins Gespräch gebrachtes Investorenmodell nur mit einem Hotel, ist es still geworden. Die Projektentwicklung hat die Göttinger EBR-Projektentwicklung um Bourzou Rafie-Elizei übernommen. „Wir verfolgen unsere Idee, die Kombination von Dienstleistungsgebäude plus hochwertigem Hotel neben dem Museum umzusetzen.“ Interessent für das Hotel ist Carl Graf von Hardenberg, der in Nörten das Burghotel betreibt.

Auch die Sparkasse bekundet Interesse daran, den Verwaltungssitz aus der Weender Straße zu verlegen. Es bestünde durchaus Bedarf, sagt Vorstandsvorsitzender Rainer Hald. Momentan verteilen sich die Verwaltungsstellen auf vier innerstädtische Gebäude, was suboptimal ist. „Wir müssen alles aber genau prüfen, damit für uns eine optimale Lösung herauskommt, es muss sich rechnen.“

Für Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel wäre ein Nebeneinander von Sparkassen-Zentrale und Museum eine gute Lösung. Noch sinnvoller wäre für sie aber die Kombination mit einem guten Hotel. „Man könnte in dem Museum und dem Hotel Tagungsräume und eine Gastronomie gemeinsam betreiben. „Das wäre die ideale Verbindung und würde Gästen von Museum wie Hotel nutzen.“

Für die Uni Göttingen geht es darum, ein beispielhaftes Museum zu entwickeln, das für die Region wertvoll ist und bundesweit ausstrahlt. „Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen“, sagt die Präsidentin Beisiegel mit Nachdruck.

Von Thomas Kopietz

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