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Helios-Mitarbeiter in Herzberg gehen vor die Tür

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Von: Hans-Joachim Oschmann

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Gruppenbild der streikenden Mitarbeiter der Helios-Klinik Herzberg.
Helios Klinik Herzberg: Mitarbeiter machen eine gemeinsame Streikpause. Sie sind sauer über das Tarifangebot des Konzerns und die schlechten Arbeitsbedingungen sowie nicht gezahlte Corona-Prämien. © Hans-J. Oschmann

Mitarbeiter der Helios-Klinik Herzberg streikten am Freitag (22.04.2022) für höhere Löhne. Die Verhandlungen gehen in die nächste Runde.

Herzberg – „Tarifverträge sind keine Geschenke!“ Mit diesen Worten brachte Verdi-Verhandlungsführerin Julia Niekamp am Freitag bei der Demonstration vor der Helios-Klinik in Herzberg die Situation im Kampf um höhere Löhne auf den Punkt. Und Carsten Georg, Gewerkschaftssprecher der Harzstadt-Klinik mit 530 Beschäftigten,Kampf setzte noch einen drauf: „Wir haben die Schnauze voll“, sagte er vor den Mitarbeitern.

Der aktuelle Tarifvertrag ist nach Georgs Worten bereits Ende vergangenen Jahres ausgelaufen. Das vorliegende Angebot von Helios über 0,8 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im kommenden Jahr sei völlig indiskutabel. Das sieht auch Julia Niekamp so, zumal der Helios-Konzern seine Gewinne ebenso mächtig erhöht habe wie die Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre. Verdi fordert deshalb eine Erhöhung um 15 Prozent.

Porträt Julia Niehaus.
Julia Niehaus war eine Sprecherin während des Streiks vor der Herzberger Helios-Klinik. © Hans-J. Oschmann

Die schlechten Arbeitsbedingungen würden allein auf dem Rücken der Klinik-Beschäftigten ausgetragen, deren Arbeitspensum sich eh schon am oberen Limit befinde. Eine Entlastung sei nicht in Sicht, sagte Georg. „Selbst wenn Geld für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeplant würde: Es gibt keine oder kaum freie Kräfte auf dem Markt!“ Dementsprechend schlecht sei die aktuelle Stimmungslage unter den Helios-Beschäftigten.

Die sei auch deshalb äußerst schlecht, weil bisher von dem in Aussicht gestellten Corona-Bonus für die dauerhafte Mehrbelastung während der Pandemie bis heute kein Cent an die Beschäftigten geflossen sei. Das könne so nicht hingenommen werden.

„Der Konzern ist nur bereit, etwas zu zahlen, wenn gleichzeitig einem inakzeptablen Tarifabschluss zugestimmt wird“, sagt Niekamp. Das werde so aber nicht geschehen. Die sogenannten Pausen-Demos über zwei Stunden fanden gestern neben Herzberg auch in den Helios-Kliniken Guxhagen, Gifhorn, Hildesheim, Nienburg, Salzgitter, Uelzen und Wittingen statt.

Neben der tariflichen Forderung von 15 Prozent stehen 200 Euro mehr für Auszubildende, eine Corona-Prämie von 1.500 Euro und eine Anhebung der Jahressonderzahlung auf einheitlich 100 Prozent eines Monatsgehalts auf der Agenda.

Nächster Verhandlungstermin zwischen Gewerkschaft und Helios ist am kommenden Freitag, 29. April. (Hans-J. Oschmann)

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