Polizei will Aktivitäten der Hells Angels in Adelebsen genau beobachten

Demo gegen Hells Angels fiel aus

Adelebsen. Die für Samstag in Adelebsen angekündigte Demonstration gegen den neuen Treffpunkt der umstrittenen Rockervereinigung Hells Angel fand nicht statt.

Einige wenige neugierige Bürger, dafür aber ein Großaufgebot an Journalisten und Polizei kamen zwar zum angekündigten Startpunkt vor dem Rathaus, doch von demjenigen, der anonym per Flugblatt zur Demo aufgerufen hatte, gab es keine Spur. Auch eine Anmeldung der Demo, die den plakativen Namen „5 vor 12“ trug, erfolgte nicht.

Die Bürgermeisterin des Fleckens Adelebsen, Dinah Stollwerck-Bauer, sagte, sie habe von der Demonstration erst durch Anfragen der Medien erfahren, denen der Unbekannte einen Flyer zugeschickt hatte. „Bei uns im Rathaus ist nichts eingegangen.“

Ihren Worten zufolge, sei das Rocker-Treff von einem ihrer Unterstützer aus Hessen von dem Göttinger Eigentümer angemietet worden.

Die Politikerin ist von dem Hells Angels-Treff der Göttinger Vereinigung genauso wenig erfreut wie Ortsbürgermeister Kurt Prutschke. Stollwerck-Bauer: „So lange alles im gesetzlichen Rahmen läuft, haben wir jedoch keine Handhabe.“ Kurt Prutschke fürchtet um das Image des Fleckens, der wie viele andere Kommunen unter Bevölkerungsrückgang leidet. „Wir haben erst vor einem Jahr Arbeitsgruppen gegründet, um unter anderem den Tourismus und den Ortskern zu fördern.“

Und genau dort liegt der Treff – nicht weit entfernt von der Burg als dem Wahrzeichen Adelebsens. Das Domizil ist von den Hells Angels nach deren Angaben unbefristet angemietet worden. In der Doppelhaushälfte an der Langen Straße wollen sie einen privaten Boxklub betreiben. Außerdem gehört eine Wohnung dazu.

Ein Sprecher der Hells Angels aus Göttingen, der seinen Namen allerdings nicht nennen wollte, sagte weiter: „Wir wollen mit den Einwohnern Adelebsens klar kommen und haben deshalb auch alle Nachbarn schriftlich zu unserem Eröffnungsfest am Samstagabend eingeladen.“ Sie rechneten mit etwa 150 Gästen.

Die Einweihungsparty am Samstag verlief ruhig. „Es gab keine Vorkommnisse“, berichtete der Polizeisprecher am Sonntag.

Der Boxklub stünde auch Interessierten über 18 Jahren offen, die nicht den Hells Angels angehörten.

Der Einsatzleiter der Polizei, Gerd Hujahn, sagte, er glaube, dass die Hells Angels vor Ort keinen Ärger haben wollten. Ihnen gehe es darum, ungestört ihren Geschäften nachgehen zu können.

Aufregung um Hells Angels in Adelebsen

Dazu zähle unter anderem das Sicherheitsgewerbe mit Türstehern vor Discos. Hujahn kündigte an, die Aktivitäten der Hells Angels aufmerksam zu beobachten. (zhp)

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