Minister informiert sich über Bau-Fortschritt

Herzberger Welfenschloss: Die Sanierung dauert noch fünf Jahre

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Da ist Können gefragt: Restaurator Christoph Jarzebski (rechts) erklärt Minister Reinhold Hilbers (Mitte) und Marcus Rogge vom Staatlichen Baumanagement die aufwendige Arbeit zur Rekonstruktion von alten Figuren.

Seit 2017 laufen die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Herzberger Welfenschloss, weitere fünf Jahre sind einkalkuliert, bis dieses Projekt am größten Fachwerkschloss Niedersachsens voraussichtlich 2025 abgeschlossen werden kann.

Das berichtete Marcus Rogge, Leiter des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen, am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung anlässlich des Besuchs von Niedersachsens Finanzministers Reinhold Hilbers (CDU) in der Stadt am Südharz. Er informierte sich über den Baufortschritt am historischen Gebäude.

Die Sanierungsarbeiten des von Schwamm durchzogenen Gebäudes sind umfangreicher als vermutet, denn die Voruntersuchungen haben nicht alle Schäden ans Tageslicht gebracht. Bis jetzt ist schon eine Menge geschafft, so im Marstall-Flügel aus dem 16. Jahrhundert des in seinem Ursprung mehr als 900 Jahre alten Schlosses. Dort reichte eine Sanierung nicht aus, der Trakt musste nach der unvermuteten Schadensbilanz völlig entkernt werden.

Die Rohbauarbeiten – davon überzeugte sich der Minister jetzt – sind von den Fachfirmen größtenteils abgeschlossen. Es handelt sich um denkmalverträgliche Rekonstruktionen, die Ende dieses Jahres auf allen Ebenen fertig sein sollen.

Der Sieberflügel von außen: Hier wurden unter anderen Fundamentsockel neu gemacht und die Fassade saniert. Um das Schloss herum soll nach Fertigstellung der Arbeiten ein Weg führen.

Hilbers bekräftigte den Willen der Landesregierung, die Bauwirtschaft auch in Corona-Zeiten zu fördern. „Wo wir bauen können, geht es weiter und dort, wo man uns lässt!“ Genehmigungsverfahren sollten möglichst vereinfacht und beschleunigt werden, so sein Statement. Man wolle flexibel handeln. In Herzberg käme etwa die Hälfte der am Schloss beschäftigten Unternehmen aus der Harzregion.

Von den 20 Millionen Euro eingeplanten Landesmitteln sind bis jetzt acht Millionen ausgegeben. Weitere sieben Millionen kommen vom Bund aus den Mitteln für Kultur und Medien (BKM). „Ob die Summe von 27 Millionen Euro reicht, werden wir allerdings erst 2025 wissen“, sagte Marcus Rogge.

Wie viele Detailarbeiten erforderlich sind, erfuhr die kleine Besuchergruppe um den Minister – darunter auch Amtsgerichtsdirektorin und Chefin von 33 Mitarbeitern, Katharina Studenroth – besonders am Uhrenturm. Das dortige Fachwerk ist saniert, restauriert werden aktuell die massiven Holzschäden an den Verzierungen und Schnitzereien. Die Figuren am Turm sind nicht etwa aufgesetzt, sondern komplett aus den tragenden Balken herausgearbeitet worden.

Wie aufwendig die Rekonstruktion ist, demonstrierte Restaurator Christoph Jarzebski. Der gelernte Holzschnitzer und Bildhauer zeigte dem beeindruckten Minister an Beispielen, dass verlorengegangene und abgefaulte Teile ausschließlich durch Holz ersetzt werden. Eine fehlende Hand beispielsweise schnitzt er dem Original angepasst aus einem Eichenquader.

Parallel zu den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten laufen im Stammhaus-, Sieber- und Grauen Flügel Voruntersuchungen für Arbeiten in den folgenden Jahren. Die Amtsgerichtsdirektorin freut sich, dass ihr demnächst mehr Flächen für Archivmaterial zur Verfügung stehen werden.

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