Ein Touch-Screen für alle Geräte

High-Tech für den Operateur: Krankenhaus Weende nimmt neuen OP in Betrieb

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Alles im grünen Bereich: Bei grünem Licht sollen Operateure Aufnahmen aus dem Körper auf den Monitoren besser erkennen können. Im OR1-Saal: (von links) Oberarzt Dr. Friedemann Horst (vor dem Touch-Screen), Chefarzt Prof. Dr. Claus Langer, Silke Basner (Leitung Abteilung OP, Anästhesie und Pflege) und der Medizinische Geschäftsführer, Prof. Dr. Michael Karaus.

Göttingen. Dieser Operationssaal lässt Chirurgen lächeln: Bei der Sanierung seiner Operationsabteilung hat das Evangelische Krankenhaus Weende (EKW) in Göttingen einen Saal mit brandneuer Computertechnik ausgestattet.

Die gesamte Technik des 42 Quadratmeter großen OP wird künftig zentral über einen Touch-Screen gesteuert. Das ist ein Computerbildschirm, der auf Berührungen reagiert. Deutschlandweit gibt es laut EKW nur rund 300 Operationssäle mit einer solchen Ausrüstung. Die nächsten befinden sich in Kliniken in Hannover und Bad Hersfeld.

Die neue Technik soll die Arbeitsbedingungen von Pflegepersonal und Ärzten verbessern und die Sicherheit der Patienten erhöhen. „Es ist künftig nicht mehr nötig, während einer OP zusätzliche Wagen und Türme mit jeweils eigenen Anschlüssen reinzurollen“, sagte der Chefarzt der Abteilung Chirurgie, Prof. Dr. Claus Langer, am Freitag. Auf dem Touch-Screen können alle technischen Geräte abgebildet und eingestellt werden. Damit verringern sich etwaige Unterbrechungen während einer Operation.

Zudem lassen sich individuelle Einstellungen für jeden Operateur wie Stromstärke für die Instrumente oder die Helligkeit des Lichts speichern. „Das ist dann auf Knopfdruck abrufbar“, sagte Langer. Er verspricht sich von der neuen Technik mehr Ruhe im OP. „Man kann sich dann besser auf die Arbeit konzentrieren und wird nicht abgelenkt.“ Während einer Operation wird eine spezielle Folie über den Touch-Screen gezogen. Die neue Kontrolleinheit kann unter anderem Aufnahmen von OPs archivieren, entweder für Patientenakten oder wissenschaftliche Auswertungen. Auch Live-Übertragungen zu Schulungszwecken können damit quasi vom OP-Tisch aus bedient werden.

Während für die Sanierung des gesamten OP-Bereichs Geld vom Land Niedersachsen geflossen ist, hat das Krankenhaus die High-Tech-Ausstattung selbst bezahlt. Die Technik habe 30.000 bis 40.000 Euro gekostet, sagte der Medizinische Geschäftsführer, Prof. Dr. Michael Karaus.

In dem „OR1-Saal“ genannten Raum sollen vor allem laparoskopische Eingriffe vorgenommen werden, bei denen Kameras zum Beispiel in die Bauchhöhle eingeführt werden. Der OP wird künftig voll ausgelastet sein: Pro Tag sollen dort vier bis sechs Eingriffe stattfinden, von Blinddarmoperationen bis zur Tumorchirurgie. Der erste Patient wird am kommenden Dienstag in den Saal gerollt, für einen Eingriff an der Lunge. (coe)

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