Stromtrasse

Die Bagger können rollen: Erdverkabelung der Trasse ist genehmigt

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Eine Erdkabelbaustelle: So könnte die unterirdische Verlegung der Wechselstromtrasse aussehen. Auch bei Göttingen soll ein etwa fünf Kilometer langer Abschnitt in der Erde verschwinden. 

Zwischen Wahle bei Peine und Mecklar in Nordhessen entsteht in den kommenden Jahren eine 230 Kilometer lange Höchstspannungs-Wechselstromtrasse.

Für einen ersten Abschnitt im Norden ist jetzt die Genehmigung erteilt worden – dazu Fragen und Antworten.

Für welchen Abschnitt gibt es jetzt die Genehmigung?

Der Netzbetreiber Tennet hat von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Genehmigung für einen 59 Kilometer langen Abschnitt zwischen Wahle bei Peine und Lamspringe südlich von Hildesheim erhalten. Damit besteht Baurecht. Die ersten Bagger könnten damit rollen.

Was ist die Besonderheit bei der aktuellen Genehmigung?

Ein insgesamt 13 Kilometer langer Abschnitt zwischen Lesse (Stadt Salzgitter) und Holle bei Hildesheim wird als Erdkabel verlegt. Da die Kabeltrasse in diesem Bereich in zwei Gräben mit jeweils sechs Leitungen verläuft, werden insgesamt 156 Kilometer Erdkabel benötigt. Damit soll diese Technik erprobt werden.

Führt die Höchstspannungtrasse auch durch die Landkreise Northeim und Göttingen?

Ja, sie führt westlich an Einbeck, Northeim und Göttingen vorbei. Dabei werden auch das Pumpspeicherwerk Erzhausen und das Umspannwerk Hardegsen angeschlossen. Im Bereich des Landkreises Northeim wurden bereits erste Freileitungsmasten aufgestellt. Im weiteren Verlauf führt die Trasse östlich an Hann. Münden vorbei.

Gibt es auch in Südniedersachsen einen Erdkabelabschnitt?

Ja, dabei handelt es sich um einen etwa fünf Kilometer langen Abschnitt zwischen Hetjershausen und Olenhusen bei Göttingen.

Wann wird für den Abschnitt in Südniedersachsen die Genehmigung vorliegen?

Dafür gibt es noch keinen genauen Termin. Es wird aber damit gerechnet, dass möglicherweise noch in diesem Jahr die Genehmigung erfolgen könnte.

Wer baut die Erdkabel, die bei Hildesheim verlegt werden sollen?

Die Fertigung und Verlegung der Pilotstrecke hat Tennet an die beiden Kabelhersteller Südkabel und NKT vergeben. Beide Hersteller gehören zu den Pionieren der Kabelindustrie und verfügen über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet innovativer Kabelsysteme für den Energietransport im Hoch- und Höchstspannungsnetz.

Haben diese Unternehmen entsprechende Erfahrungen?

Südkabel ist ein 1898 gegründetes deutsches Unternehmen und produziert am Firmensitz in Mannheim. NKT ist ein dänisches Unternehmen, das seit 1891 am Markt ist. Die Kabel für die Trasse Wahle-Mecklar werden im Kölner Werk gefertigt. Das Gesamtvolumen beider Aufträge liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich, berichtet der niederländische Netzbetreiber Tennet.

Riesige Rollen: Auf jedem Exemplar sind etwa 1300 Meter Erdkabel aufgewickelt. Damit wird das Kabel nach dem Verladen aus der Fabrik zur späteren Baustelle transportiert. 

Wie viele Kabelrollen werden für den 13 Kilometer langen Pilotabschnitt benötigt?

Insgesamt werden 144 Kabeltrommeln mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen und einem Trommeldurchmesser von bis zu 4,5 Metern gebraucht. Der Transport erfolgt vom jeweiligen Werk zunächst per Binnenschiff zu den Häfen Salzgitter und Hildesheim. Von dort geht es dann auf dem Landweg bis zur Baustelle.

Wann wird die Verlegung der Erdkabel beginnen?

Die Produktion der Erdkabel dauert voraussichtlich acht Monate. Für die anschließende Verlegung und Montage der Erdkabel werden laut Tennet weitere acht Monate benötigt. Das bedeutet, dass 2020 die Bagger für das Erdkabel rollen werden.

Weitere Informationen gibt es unter tennet.de.

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