Januar 2015 öffnet neues Leberzentrum

Kommentar zum Ende der Lebertransplantationen: Ein sinnvoller Schritt

Thomas Kopietz

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) stellt das Lebertransplantationsprogramm zum Ende des Jahres ein. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Thomas Kopietz.

Nein, eine Sensation ist das Ende des Lebertransplantationsprogramms in der Universitätsmedizin Göttingen nicht, aber es kommt zum Ende diesen Jahres schneller als viele erwartet hätten.

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Nach dem Transplantationsskandal, der von Göttingen aus 2011 seinen Lauf nahm, und der strikten internen Aufräum- und Neuordnungsaktion in der UMG geht der Vorstand einen konsequenten Weg weiter: Man will die Stärken stärken und sich so für die Zukunft fit machen.

Ein Mittel soll die Bildung neuer Zentren für die interdisziplinäre Behandlung von Patienten sein. Ärzte aus verschiedenen Bereichen kümmern sich um die Kranken. So gibt es ein Herzzentrum und das Kinderoperative Zentrum, bald ein Leberzentrum, wo auch – eine weitere Stärke – die Krebsmedizin zum Zuge kommen wird. Weitere Organzentren für die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und eines für Darmkrebs sind in Vorbereitung.

Keine Frage, diese Zentren passen ist Bild der zukünftigen UMG, organisatorisch wie auch aus Sicht der Patientenbetreuung.

Nicht mehr ins Bild aber passt die Lebertransplantationschirurgie. Sie war wenig ertragreich und hatte sich nach dem Skandal samt öffentlichem Prozess und den auch von Gutachtern nachgewiesenen 79 Regelverstößen vom einstigen Image-Bringer zum Ruf-Schädiger entwickelt. Das jetzige Ende ist deshalb eines ohne Schrecken.

Für die Patienten entstehen keine großen Nachteile: die Versorgung vor der Transplantation und die Nachsorge nach der Operation wird gewährleistet.

Ehemalige aus der Abteilung könnten sich nun ins Fäustchen lachen – die Leber-Transplantationschirurgie hat ohne sie nicht allzu lange weitergelebt. Sie müssen aber auch erkennen: Im Zuge einer Neustrukturierung des Maximalversorgers Uni-Klinikums ist das aber nicht die schlechteste Entwicklung, und sie scheint zudem zur rechten Zeit zu kommen.

E-Mail an den Autor: tko@hna.de

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