Kommentar zur Flüchtlingssituation: Wochenende mit zwei Gesichtern

Die Problematik im Umgang mit Flüchtlingen wurde am Wochenende in und um Göttingen deutlich. Ein Kommentar von Thomas Kopietz über eine Welle der Hilfsbereitschaft auf der einen und rechte Schreihälse auf der anderen Seite.

Das ist Deutschland, das ist Göttingen: Im Landkreis richteten Helfer und Verwaltungen am Wochenende drei neue Flüchtlingsunterkünfte ein. In Göttingen informierten 200 nicht betreute Jugendliche Flüchtlinge über ihr Schicksal. Viele Menschen packten Bekleidung und Spielzeug zusammen und wollten die Pakete abgeben. In Adelebsen aber schrien Rechtsgesinnte Hitlerparolen vor einer Unterkunft. Auch das ist Deutschland, im Spätsommer 2015: Es ist beschämend, wenn Menschen Attacken auf Flüchtlingsunterkunfte ohne Rücksicht auf Verluste ausüben.

Es ist wunderbar und rührend, wie viele Menschen in der Region Südniedersachsen sich um die vielen in Deutschland gestrandeten Flüchtlinge kümmern.

Es ist wertvoll, wenn – wie am Samstag – Helfer und minderjährige Flüchtlinge den Menschen mitten in Göttingen zeigen, was es heißt, unter dem Einsatz des Lebens mutterseelenallein eine Flucht über das Mittelmeer überstanden zu haben und auf Hilfe gestoßen zu sein.

Es ist bemerkenswert, wie geholfen wird: Menschen übernehmen Partner- und Vormundschaften. Musiker singen und tanzen mit den Jugendlichen. Sportvereine lassen Jugendliche unbürokratisch mittrainieren. In Windeseile werden neue Unterkünfte aus dem Boden gestampft. Es ist unfassbar, wenn gleichzeitig Schreihälse vor der neuen Flüchtlingsunterkunft in Adelebsen „Heil Hitler“ brüllen. Es ist deshalb so wichtig, und notwendig dass viele Menschen wachsam bleiben, um Schlimmeres zu verhindern und Flüchtlingen zu helfen. Freundlichkeit und ein Lächeln sind dabei wertvolle Begleiter.

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- Einsatz für Hilfsorganisationen: Freiwillige kümmern sich um Flüchtlinge

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