Kommentar zur Handwerker-Werbekampagne: Sexistisch und am Ziel vorbei

Mit allzu flotten Sprüchen wollte die Kreishandwerkerschaft mehr Auszubildende in die Handwerkerberufe bekommen. Politiker und Gleichstellungsbeauftrage waren empört über die sexistischen Plakataktionen, die vor allem auch auf eine Zielgruppe abstoßend wirke: Frauen, die einen Handwerksberuf erlernen und ausüben wollen. Ein Kommentar von Benedikt Dittrich.

Eines haben die Kreishandwerker mit ihrer neuen Kampagne jedenfalls erreicht: Aufmerksamkeit, wenn auch nicht so positive wie erwünscht. Mann – und vor allem Frau – spricht über die teils sexistische und diskriminierende Werbung. Die Sprüche bleiben hängen. Also alles gut? Bei weitem nicht. Denn die Werbebotschaften regen nicht nur in der Öffentlichkeit auf, sondern auch im Privaten.

Frauen, die im Handwerk arbeiten, erzählen oft davon, dass ein dickes Fell notwendig ist, um genau solche Sprüche zu ertragen. Nicht wenige Männer werden bei „Fliesen muss man flach legen“ gegrinst haben.

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Klar, unsere Werbung ist überflutet von Sexismus, Stereotypen und Klischees. Im Grunde reiht sich die Kreishandwerkerschaft mit ihrer Kampagne also nur hinter Unternehmen wie Saturn oder Sixt ein. Es gibt aber einen großen Unterschied: Die Kreishandwerker wollen kein Produkt verkaufen. Sie wollen Auszubildende mit Köpfchen, egal welchen Geschlechts. Mit sexistischer Werbung erreichen sie aber ihr Ziel nicht, junge Männer und Frauen für die Berufe und die Ausbildung zu begeistern. Und sie erreichen vor allem hohle Birnen, die über stumpfe Witze lachen.

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