Kommentar zur Nacht des Wissens: Diese Nacht darf nicht enden

Rekordbesuch bei der dritten Nacht des Wissen am Wochenende in Göttingen. Dazu ein Kommentar von Thomas Kopietz.

Diese Nacht des Wissens am Samstag hat gezeigt: Die Menschen in Göttingen und Umgebung – aus der kamen sehr viele – wollen wissen, was in der Uni, den Fachhochschulen, der Uni-Medizin und zahlreichen Forschungseinrichtungen passiert.

Die Teilnehmenden packten im Vergleich zu den beiden ersten Wissensnächten noch einmal viele Veranstaltungen drauf. Auch ganz neue Akteure aus dem Wissenschaftsbetrieb waren diesmal dabei.

So haben – nach anfänglicher Zurückhaltung einiger – offensichtlich noch mehr Akteure verstanden, dass die Präsentation ihrer Arbeit und Lehre, die ja großem Teil auch öffentlich finanziert wird, wichtig ist – für das Image und letztlich auch die Zukunft. Denn viele Kinder und Jugendliche holen sich über die Nacht des Wissens ihre ersten Erfahrungen in und mit den Wissenschaftseinrichtungen, bauen Schwellenängste ab.

Diese können an einem Abend so viele Kontakte knüpfen, wie sonst nur über viel Werbung. Es ist also ein klassische Win-Win-Situation.

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Für die Stadt Göttingen hat die Nacht des Wissens in ihren drei Auflagen viel erreicht: Das Miteinander von Fakultäten/Forschungsinstituten und und Stadt wird an solchen Abenden deutlich. Was zusammengehört wächst so auch in den Köpfen der Göttinger zusammen. Der ein wenig abgedroschene Slogan „Göttingen – Die Stadt die Wissen schafft“ wird jedenfalls so kräftig mit Leben gefüllt. Vor allem, weil viele tausend Besucher aus dem Umland und Nachbarbundesländern kamen – ein Blick auf die Autokennzeichen zeugte davon.

Schön zu sehen, dass sich Menschen von 5 bis 85 bei den Veranstaltungen treffen. Kinder lernen den Forschungsbetrieb spielerisch kennen. Ältere entdecken völlig neues Wissen für sich. Vom Basteln mit Pappfiguren über das Präsentieren komplexer irdischer und außerirdischer Forschungsvorhaben, dem Operationsroboter Da Vinci sowie Diskussionen über die rechtsnationalen Tendenzen in Europa reicht die Palette der Veranstaltungen, die oft mit populären Titeln locken. Meist gelingt es, schwierige Wissenschaftsthemen verständlich oder gar spektakulär rüberzubringen.

Mitarbeiter erklären selbst nach Stunden noch mit Begeisterung, was sie tun. Und: Als Helfer stehen Professoren wie Arbeiter bereit und Schüler, die einfach Lust haben die Nacht des Wissens zu unterstützen. Sie sind der Nachwuchs, ob als Forscher, Lehrende, Arbeitende oder Beratende – sowie als Göttinger.

Zur Nacht des Wissens gibt es deshalb keine (Veranstaltungs-)Alternative. In zwei Jahren geht es hoffentlich wieder mit Eulenaugen durch die Nacht.

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