Kommentar zum "Göttinger" Wolf

Wolf in Südniedersachsen: Vernunft im Umgang mit den Tieren ist nötig

Göttingen. Die Rückkehr der Wölfe sorgt in Niedersachsen seit Jahren für Diskussionen und Streit. Nun wurde auch ein Wolf im Göttinger Land gesehen. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Thomas Kopietz.

Das musste ja so kommen: Nun ist also der Wolf – auch wenn nur ein einzelner durch die Gegend ziehender und wohl nicht hier sesshafter – nahe Göttingen gesehen worden.

Nach Sichtungen bei Bad Gandersheim, Salzgitter, im Harz und an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen war er uns nie so nah, obwohl immerhin etwa 80 Tiere in Niedersachsen leben.

Dass Wolf und Luchs wieder in Deutschland heimisch werden, begeistert Naturschützer und -freunde. Landwirte und Tierzüchter wie Schäfer sind hingegen wenig erfreut. In Niedersachsen sorgte die Rückkehr der Wölfe in der Heide-Region für erbitterte Diskussionen. Der Abschuss des allzu zutraulichen „Kurti“ fand riesiges Medieninteresse.

Die Südniedersachsen jedenfalls wären gut beraten, nun nicht in Panik und Kurzschlusshandlungen zu verfallen. Lasst den Wolf ziehen. Er ist scheu. Der größte Feind des Wolfes ist ohnehin vorhanden und übermächtig, das Auto und dessen Fahrer: Seit 2003 ließen 14 Wölfe in Niedersachsen auf den Straßen ihr Leben. Sie übernehmen also das, was einige CDU-Politiker wünschen: die Tötung von mehr Wölfen durch Abschuss, wenn sie menschlichen Siedlungen zu nahe kommen.

Umweltminister Stefan Wenzel, hingegen stellte klar: „Der Wolf steht unter Artenschutz“. Er will in diesem Jahr ein Herdenschutzteam aufstellen. Die Berater sollen Nutztierhalter beim Schutz der eigenen Herden und gleichzeitig des Wolfes helfen.

In einem Interview mit unserer Zeitung hatte Stefan Wenzel einmal treffend gesagt, dass der Wolf polarisiere, Konflikte seien unvermeidlich. So ist es und so wird es wohl bleiben. Vernunft aber sollte stets die Triebfeder aller Entscheidungen bleiben – auch die der Jäger und Politiker, die manchmal ja auch eine Personalunion bilden.

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