Hochschulen wollen Studienabbruch verhindern: Zusatz-Kurse statt Studien-Frust

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Vorlesung an der Universität Göttingen: Die Landesregierung möchte die Studienabbrecherquote senken. Archivfoto: Schröter

Göttingen. In Niedersachsen gibt es zu viele Studienabbrecher. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, diese Quote zu senken. Göttinger Hochschulen wollen mit besonderen Angeboten dazu beitragen, dass weniger Studenten aussteigen.

Bundesweit brechen durchschnittlich 28 Prozent der Studierenden vor dem Abschluss ab. Bei der Universität Universität Göttingen brechen durchschnittlich 26,8 Prozent der Studenten ab. Deutlich höher ist die Abbrecher-Quote bei den Lehramtsstudenten mit Mathematik oder naturwissenschaftlichen Fächern. Dort liegt der Schwund bei 34,8 Prozent, also mehr als jeder Dritte schafft es nicht.

An der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) brechen etwa 17 Prozent der Studenten ab. Das liegt deutlich unter dem bundesweiten Abbrecher-Schnitt, der bei Fachhochschulen bei 23 Prozent liegt.

Ab der Privaten Fachhochschule (PFH) Göttingen liegt die Abbrecherquote zwischen 5,2 und 6,7 Prozent bei den Bachelor-Studiengängen. Oftmals führen private Gründe zum Studienabbruch

Niedersachsens Kultusministerin Gabriele Heinen-Kljajic bringt es auf den Punkt: Viele fangen an, aber zu wenige schließen ab. Da müssen wir gegensteuern.“ Zudem will die Ministerin den jungen Leuten, die aus dem Studium aussteigen, eine Perspektive bieten. „Diese jungen Menschen haben wertvolles Wissen erworben, das in Handwerk und Industrie wegen des zu erwartenden Fachkräftemangels heiß begehrt ist.“

An der Universität Göttingen hat man das Problem erkannt und ein Paket geschnürt. Dazu gehören zum Beispiel Vorkurse vor dem Beginn des Studiums. Außerdem hat sich die Universität darauf eingestellt, die künftigen Studenten im Vorfeld des Studiums besser zu beraten. Das fängt bei persönlichen Gesprächen an und endet mit einem speziellen Internet-Angebot, bei dem online getestet werden kann, ob die eigenen Erwartungen sich tatsächlich mit dem späteren Studiengang decken. Weiterhin gibt es bei Bedarf Unterstützung in den ersten Studiensemestern sowie ein Programm, bei dem die angehenden Studenten durch Mentoren an die Hand genommen werden.

Was Anstrengungen bewirken können, zeigt sich an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die in Göttingen zu finden. Dort sank von die Abbrecher-Quote von 19 Prozent (Studienbeginn 2010/11) auf 14 Prozent (Studienbeginn 2012/13). Hintergrund: Es gibt an Fakultät Mathe-Kurse im Vorfeld des Studiums. Studienbegleitend werden zudem Mathe-Tutorials angeboten.

Gezielteres Studium

Laut HAWK-Vizepräsidentin Annette Probst ist die Studienabbrecherquote an der HAWK auch deshalb so gering, weil viele Studenten bereits einen Berufsabschluss haben und deshalb gezielter studieren. 

An der Privaten Fachhochschule Göttingen gibt es unter anderem ebenfalls Vorkurse und Tutorien. Das gilt insbesondere für die Fächer Mathematik und Englisch. (bsc)

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