Olaf Lies (SPD) Dransfeld und Klein Schneen

Hochwasserschutz: Friedlands Bürgermeister fordert mehr finanzielle Unterstützung

Die Bachbrücke in Klein Schneen. Umweltminister Olaf Lies (SPD) und Bürgermeister Andreas Friedrichs stehen dort mit weiteren Leuten
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Hochwasserschutz in der Gemeinde Friedland: In Klein Schneen ist die Bachbrücke umgebaut worden, mehr Wasser kann durchfließen. Das schaute sich Umweltminster Olaf Lies (SPD) an (Dritter von links). Bürgermeister Andreas Friedrichs erläuterte Maßnahmen und betonte, dass den Gemeinden für den Hochwasserschutz Geld fehlt.

Hochwasserschutz und Windenergie: Leichte Themen hören sich anders an. Olaf Lies (SPD) stellte sich bei seinem Besuch im Landkreis Göttingen den brisanten wie emotional besetzten Themen.

Klein Schneen/Dransfeld – Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies, besuchte Anfang dieser Woche Klein Schneen (Gemeinde Friedland) und Dransfeld und sprach mit Experten und Vertretern aus der Kommunalpolitik über Hochwasserschutz und Windenergie.

Nachdem der durch Klein Schneen (Gemeinde Friedland) fließende Schneenbach allein 2020 bei Starkregenereignissen dreimal über seine Ufer getreten war, hat der Landkreis Göttingen gehandelt. Im Zuge eines Brückenneubaus an der Kreisstraße 26 mitten im Dorf wurde der Durchlauf derart erweitert, dass an dieser Stelle das Wasser auch bei einem drastischen Anstieg des Schneenbaches unter der Brücke – anstatt wie bisher darüber – abfließen sollte.

„In unserem Gemeindegebiet wie in vielen anderen Gemeinden auch gibt es unzähliger solcher Problemstellen“, berichtete Friedlands Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), nachdem sich Olaf Lies die neue Brücke angeschaut hatte.

Angesichts des sich wandelnden Klimas und vor dem Hintergrund der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sei es dringend erforderlich, überall an solchen Stellen Abhilfe zu schaffen und die Situation durch Umbauten zu entschärfen.

„Einerseits fehlt den Gemeinden aber dafür das Geld, andererseits stehen in vielen Fällen der Gewässer- und Naturschutz im Wege“, sagte Friedrichs. „Wenn wir Gefahrenabwehr betreiben wollen, dann kann es einfach nicht sein, dass die Gelbbauchunke über der Sicherheit und dem Wohl des Menschen steht“, so der Bürgermeister.

Sein Wunsch: Mehr Geld von Bund und Land für den Hochwasserschutz und mehr Abwägung in Richtung Gefahrenabwehr von der unteren Wasserbehörde und der Naturschutzbehörde des Landkreises. „Wir haben für alle 14 Ortschaften im Gemeindegebiet Niederschlags-Abflussmodelle entwickelt und würden gerne Modellprojekt für einen umfassenden Hochwasserschutz werden, wenn wir dafür die nötige finanzielle Unterstützung bekämen“, betonte Friedrichs.

„Die Erfahrungen aus Ahrweiler müssen auch in Südniedersachsen zu einer Neubewertung beim Thema Hochwasserschutz führen“, betonte Kreisrat Marcel Riethig (SPD). Was Friedland auf den Weg bringe, sei der richtige Ansatz.

Das Beispiel zeige aber auch, wo die Probleme liegen. „Widerstreitende Interessen von Naturschutz und Hochwasserschutz einerseits und andererseits die Vielzahl der Beteiligten aus Gemeinden, vom Landkreis, Eigentümern und Unterhaltungsverbänden erfordern eine Zusammenführung durch den Landkreis“, betonte Riethig. Dieser sei im Endeffekt ja schließlich auch für den Katastrophenschutz zuständig, der im Ernstfall Menschenleben retten soll.

Minister Lies lobte das Engagement der Gemeinde Friedland. „Wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist, muss einfach genauer abgewägt werden“, meinte er. Gleichzeitig sehe er jedoch auch ein großes Problem. „Du brauchst das Personal, das sich den Kopf über kreative Lösungen macht“, so Lies. Genau daran mangele es gerade.

Lies sieht gute Chance für Windenergie-Ausbau

Bei einem weiteren Ortstermin mit dem Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in Dransfeld stellte Ingenieur Hendrik Weitemeier dem Gast Olaf Lies sowie Vertretern der Stadt und der Samtgemeinde seine Pläne für den Bau von Windenergieanlagen vor, die im Stadtwald im Bereich des Dransberges und des Hohen Hagen entstehen könnten.

Mit den von ihm in Eigeninitiative erstellten Plänen wollte Weitemeier die Gelegenheit nutzen, Lies in Bezug auf den Winderlass des Landes Niedersachsen an einem konkreten Beispiel Möglichkeiten aufzuzeigen, Windenergieanlagen in Waldgebieten aufzustellen, auch wenn das weder im regionalen Raumordnungsprogramm der Landkreises noch in der Flächennutzungsplanung der Samtgemeinde Dransfeld vorgesehen ist.

Der Minister war sichtlich angetan von der Vorstellung, auf Windwurfflächen Windenergieanlagen zu errichten und gleichzeitig den Wald wieder aufzuforsten. „Das ist eine gute Chance, die Windenergie weiter auszubauen“, sagte Lies. Die Erzeugung regenerativer Energien sei schließlich die kostengünstigste Möglichkeit der Stromerzeugung. „Darüber besteht ein gesellschaftlicher Konsens“, sagte der Minister. (Per Schröter)

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