Höchstspannungs-Erdkabel: Viele haben Angst

Voller Saal: Das Interesse an Informationen zur geplanten Höchstspannungstrasse bei Göttingen war riesig.

Göttingen. In den Ortschaften Groß Ellershausen und Hetjershausen bei Göttingen geht bei manchen Einwohnern die Angst vor elektromagnetischer Strahlung um.

Grund: Ganz dicht an ihren Dörfern soll die 380.000-Volt-Höchstspannungsleitung, die von Wahle nach Mecklar führt, verlaufen – als Wechselstrom-Erdkabel. Nun besteht die Befürchtung, dass diese Strahlung auf Mensch und Natur Auswirkungen hat. Viele Einwohner ließen sich deshalb bei einer Versammlung zum Thema Höchstspannungstrasse, zu der das Niedersächsische Umweltministerium und die Stiftung Deutsche Umwelthilfe ins Göttinger Hotel Freizeit In eingeladen hatten, über die genaue Trassenführung informieren.

Hintergrund für die möglicherweise etwa acht Kilometer lange Erdverkabelung bei Göttingen: In vielen Bereichen wird dort der gesetzlich geforderte Mindestabstand von 400 Meter zur Wohnbebauung unterschritten. In allen übrigen Bereichen sind Freileitungen geplant – und das sorgt nach wie vor für viel Kritik. Zu Beginn hatte Niedersachsens Umweltminister Dr. Stefan Birkner für das Leitungsprojekt geworben.

Der Netzausbau sei das Nadelöhr für die Energiewende. Es komme immer öfter vor, dass Windkraftwerke wegen überlasteter Netze abgeschaltet werden müssten. Gleichzeitig warb er für einen fairen Dialog und machte deutlich: Die Landesregierung wolle eine frühe Beteiligung der Bürger und eine große Transparenz bei dem Projekt. Niedersachsen unterstützt laut Birkner die Erdverkabelung in Gleichstromtechnik. Gleichzeitig sei der konventionelle Ausbau trotzdem erforderlich. Von einer Erdverkabelung in Gleichstromtechnik riet Professor Dr. Lutz Hofmann von Leibniz-Universität Hannover ab.

Die Technik an sich sei zwar ausgereift. Allerdings sei der Netzausbau mit dieser Technologie noch Neuland. Peter Gosslar von Bürgerinitiative Pro Erdkabel Harzvorland kritisierte, dass die Erweiterung der Autobahn auf sechs Spuren nicht für den Stromnetzausbau als Erdkabel in Gleichstromtechnik genutzt wurde. Weiterhin bezeichnete er die Kostenvergleichsrechnungen, bei denen das Erdkabel schlecht wegkommt, als irreführt, da bestimmte Faktoren (zum Beispiel Auswirkungen auf die Umwelt bei der Freileitung) nicht berücksichtigt würden.

Info-Abend zur Höchstspannungstrasse

 Info-Abend zur Höchstspannungstrasse
 Info-Abend zur Höchstspannungstrasse © HNA/Schlegel
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Gleichzeitig warb Gosslar dafür, über die Aufrüstung bestehender Stromtrassen nachzudenken. Marius Strecker vom Netzbetreiber Tennet warb für die Höchstspannungstrasse. Sie biete Südniedersachsen die Möglichkeit, regional erzeugten Strom aus regenerativen Quellen (zum Beispiel Photovoltaik und Windkraft) ins bundesweite Stromnetz einzuspeisen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es bei den aktuellen Leitungsprojekten allein wohl nicht bleiben werde. Er geht davon aus, dass in einigen Jahren noch Höchstspannungs-Leitungen als Erdkabel in Gleichstromtechnik folgen. Grund: Immer mehr Strom muss von der Küste zu den Verbrauchern in Süd- und Westdeutschland geleitet werden. Dies werde sich verstärken, wenn im Zuge der Energiewende alle Kernkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden. Eine Zuhörerin sagte am Ende der Veranstaltung: Wahle-Mecklar hat mit der Energiewende nichts zu tun. Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet. (bsc)

www.wahle-mecklar.de

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