Hohe Ehrung für Professor Dr. Becker

Prof. Dr. Heinz Becker
+
Prof. Dr. Heinz Becker

Göttingen. Prof. Dr. Heinz Becker, ehemaliger Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen, ist zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (Degro) ernannt worden.

Prof. Becker ist damit erst der zweite Chirurg überhaupt, den die weltweit drittgrößte Gesellschaft ihrer Art ehrenhalber als Mitglied aufgenommen hat.

Geehrt wird er vor allem für seine außerordentlichen Leistungen bei der Behandlung von Tumoren des Magen-Darm-Trakts. Die feierliche Verleihung der Ehrenmitgliedschaft fand am Donnerstag, 9. Mai, während der Degro-Jahrestagung in Berlin statt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Dr. Clemens F. Hess, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Prof. Becker gilt als Pionier der „multimodalen Tumortherapie“. Bei dieser Behandlungsstrategie wurden erstmals operative Verfahren in Kombination mit Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt. Federführend aktiv war Prof. Becker bei einer Studie zum Enddarmkrebs, die 2004 im renommierten New England Journal of Medicine publiziert wurde. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine vor der Operation durchgeführte Radiochemotherapie die Behandlungsergebnisse bei lokal fortgeschrittenen Enddarmtumoren erheblich verbessert: Die Rückfallraten waren minimal und auch die Gesamttherapie wurde für die Patienten besser verträglich. Die Studie ist die am meisten zitierte Publikation der klinischen Krebsforschung aus Deutschland.

Außerdem konnte Prof. Becker zeigen, dass die operative Qualität ein bedeutender Faktor für ein optimales Therapieergebnis ist. In der gemeinsam mit seinem Nachfolger Prof. Dr. Michael Ghadimi initiierten Forschergruppe 179 an der Universitätsmedizin Göttingen wird zudem seit 2008 untersucht, welche Patienten von welcher Behandlungsmethode zu welchem Zeitpunkt profitieren. Alle Aktivitäten werden in enger Zusammenarbeit mit Krebsforschern der verschiedensten Disziplinen durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei die Kooperation in Forschung, Lehre und Patientenbetreuung mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. (bsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.