Notizen aus Hannover

Hoher Besuch bei Näder - Lehrer und E-Mails

Das Kultusministerium musste mal wieder gängige Vorurteile über die Lehrer abwehren. Um Flüchtlingskindern guten Deutschunterricht zu gewähren, werden derzeit 17.000 pensionierte Lehrkräfte angeschrieben. Diese sollen sich dann via Internet online bewerben.

Ob sie dazu aber überhaupt in der Lage seien, wurde daraufhin die Sprecherin von Ressortchefin Frauke Heiligenstadt (SPD) gefragt. Schließlich seien doch viele Schulkollegien und Lehrer dafür berüchtigt, auf E-Mails gar nicht oder erst mit mehreren Wochen Verspätung zu reagieren. „Natürlich können die das“, meinte die Ministeriumsmitarbeiterin voller Überzeugung. „Zur aller größten Not kann man sich aber auch per Brief bewerben.“

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich am nächsten Mittwoch im Süden Niedersachsens zum Besuch angesagt und trifft in Duderstadt auch mit dem Unternehmer Hans Georg Näder zusammen. Der Inhaber des Prothesenherstellers Ottobock hat gerade Schlagzeilen gemacht, weil er aus Ärger über die Erbschaftssteuerpläne der großen Koalition in Berlin aus der CDU aus- und in die FDP eingetreten ist. Jetzt will Näder dem Gast aus der Landeshauptstadt „Zukunftspläne“ seiner Firma präsentieren. Dass Weil die Gelegenheit nutzt und dem prominenten Parteiwechsel eine Zukunft in der SPD anbietet, gilt aber eher als ausgeschlossen.

Rocker-Anwalt

Die Fotos waren so legendär wie zweifelhaft. Mit dicker Zigarre steht da Rechtsanwalt Götz von Fromberg auf dem Balkon seiner Kanzlei in Hannover zwischen den Rockerbossen Frank Hanebuth („Hells Angels“) und Peter Maczollek („Bandidos“) und zelebriert den soeben beschlossenen „Frieden“ der verfeindeten Motorradgangs.

Das war 2010, in der Folge beendete Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) seine jahrelange Bürogemeinschaft mit dem umstrittenen Advokaten. Dieser will nun selber nach 40 Jahren Anwaltstätigkeit aussteigen und nur noch als Notar agieren. Das Mandat von Hanebuth, gegen den in Spanien wegen diverser Rotlicht-Delikte ermittelt wird, werde er aber weiterbetreuen, kündigte der 66-jährige Fromberg in der Lokalpresse an. Und zum Abschied werde natürlich einer seiner „Herrenabende“ bei Bockwurst, Bier und Tischfußball in seinem Keller steigen.

Rubriklistenbild: © Foto: nh

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