Forscher wollen Behandlung von Erwachsenen verbessern

Hoher Blutdruck: Forscher wollen Behandlung von Erwachsenen verbessern

Bluthochdruck: Mehr als neun Millionen Menschen sterben nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr an den Folgen.
+
Bluthochdruck: Mehr als neun Millionen Menschen sterben nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr an den Folgen.

Göttingen. Hoher Blutdruck kann für Kinder und Jugendliche offenbar auch gute Seiten haben. Eine Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zeigt: Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Blutdruck erzielen bessere Schulleistungen.

Außerdem haben sie weniger emotionale Probleme und Verhaltensstörungen als andere Kinder im gleichen Alter mit normalem Blutdruck.

Die Ergebnisse der Studie sind in der Mai-Ausgabe der renommierten amerikanische Fachzeitschrift „Psychosomatic Medicine“ veröffentlicht. Die Bedeutung dieser Ergebnisse für die Behandlung von erwachsenen Menschen mit Bluthochdruck wollen die Mediziner der UMG jetzt in weiteren Studien ausloten.

„Dass ein erhöhter Blutdruck auch mit einer besseren Lebensqualität verbunden sein kann, das war für uns ein überraschendes und trotzdem wichtiges Untersuchungsergebnis“, sagt Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der UMG und Senior-Autor der Studie.

„Ältere Menschen mit Bluthochdruck können oder wollen oft unsere Behandlungsempfehlungen gegen Bluthochdruck nicht einhalten.“ Für die publizierte Studie wertete das Team um Prof. Herrmann-Lingen die Daten einer deutschlandweiten Untersuchung aus den Jahren 2003 bis 2006 aus. 7688 Jungen und Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren wurden damals befragt.

Kinder mit Bluthochdruck neigen eher zu Übergewicht, verbringen mehr Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer und fühlen sich körperlich weniger fit. Diese Ergebnisse waren wenig überraschend. Doch die Göttinger Forscher fanden heraus: Diese Jugendlichen verfügen über ein höheres Selbstwertgefühl und schneiden besser in der Schule ab als Kinder mit normalem Blutdruck. Auch Anzeichen von Hyperaktivität zeigten sich seltener. (bsc)

Kontakt: Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Von-Siebold-Straße 5, 37075 Göttingen. Tel. 0551/39 67 07, E-Mail: cherrma@gwdg.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.