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„How to date a feminist“: Etwas maue Premiere im Theater im Göttinger OP

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Von: Ute Lawrenz

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Szenenbild aus dem Stück „How to date a feminist“: Gabriel Robinson als „Joe“, Sophia Klaus als „Morag“, Ben Arnold als „Ross“, Sophia Heidenreich als „Kate“, Oliver Trost als „Steve“ und Katharina Koch als „Carina“.
Szenenbild aus dem Stück „How to date a feminist“: Gabriel Robinson als „Joe“, Sophia Klaus als „Morag“, Ben Arnold als „Ross“, Sophia Heidenreich als „Kate“, Oliver Trost als „Steve“ und Katharina Koch als „Carina“. © Dirk Opitz

Feminist gegen klassische Geschlechterrollen „How to date a feminist“ – eine Parodie auf romantische Komödien – feierte im Theater im OP Premiere.

Göttingen – Als Parodie einer romantischen Komödie (RomCom) wird das Stück „How to date a feminist“ von Samantha Ellis im Theater im OP beschrieben. Das Publikum im vollen Haus applaudierte bei der Premiere lautstark.

Doch nach einer Spielzeit von zweieinhalb Stunden - mit Pause und einigen Längen – fiel der Beifall vergleichsweise kurz aus.

Mit einem Heiratsantrag beginnt die Handlung: Steve (Oliver Trost) fällt vor seiner Kate (Sophia Heidenreich) auf die Knie und entschuldigt sich wortreich für das Patriarchat. Erst dann kommt er zu seinem Antrag.

In den folgenden Szenen erfahren wir, wie Kate und Steve sich kennengelernt haben. Sie finden – eins von vielen Klischees - aus enttäuschter Liebe zueinander.

Die Journalistin Kate hat gerade die Beziehung zu ihrem Chef Ross (Ben Arnold), einem Macho, beendet. Bäcker Steve ist von Carina (Katharina Koch) in den Wind geschickt worden.

Während Steve als Feminist stets sehr bemüht ist, Kates Bedürfnisse zu achten, sich für jeden Kuss Erlaubnis einzuholen, wünscht sich die an klassischen Geschlechterrollen doch sehr orientierte Kate, dass er auch mal entschiedener zufasst.

Tochter soll Hochzeitskleid und Schleier der Mutter zu ihrer Hochzeit tragen

Als sie sich trotz anfänglichen Zögerns schließlich doch füreinander entscheiden, beginnt ihr Kampf mit den Erwartungen der Eltern. Kates Vater Joe (Gabriel Robinson) hat sich als Jude – oft mit Kippa (Kostüme: Orthey Stoll, Maske: Yvette Siebert) - einen jüdischen Schwiegersohn gewünscht.

Die Trennung von Kates Mutter hat er nie verwunden. So möchte er die Zeit zurückdrehen: Seine Tochter soll Hochzeitskleid und Schleier der Mutter zu ihrer Hochzeit tragen.

Steves Mutter Morag (Sophia Klaus) hat sechs Jahre in Greenham Common, einem Protestcamp für Frauen gegen Atomwaffen, gelebt.

Thematisch passende Musikeinlagen

Sie hat ihrem Sohn auch ihre Gesinnung in Sachen Feminismus mitgegeben. Wie Joe lebt sie von ihrem Partner getrennt. Typisch für eine RomCom ist es kein Wunder, dass die Solo-Eltern sich nicht gleichgültig bleiben.

In der Inszenierung von Anisha Blanke mit thematisch passenden Musikeinlagen (Musik: Anisha Blanke, Vivian Keune und andere), einem Rabbi aus dem Off (Heiko Siebert) und Räumen, die durch Möbel wie Sofa, Tisch und Stühle definiert sind (Bühne im Team um Anisha Blanke), die die Schauspieler in Umbaupausen selbst arrangieren, brauchen die Akteure etwas Zeit, um in ihren Rollen anzukommen.

Dann belohnen die Zuschauer sie mit manchem Lacher und hin und wieder Zwischenapplaus. Insgesamt bringt die Komödie wenig Parodie und unter dem, was das ThOP normalerweise liefert.

Weitere Vorstellungen am 20.5., 21.5.und 22.5. jeweils um 20.15 Uhr. Weitere Termine unter theater-im-op.de.

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