Buchhandel:

Hugendubel statt Deuerlich: Traditionsname verschwindet

Schilderwechsel bei Deuerlich: Unser Foto zeigt die Göttinger Hugendubel-Filialleiterin Sabine Warkentin (links), und Stephanie Lange, Geschäftsführerin aller Hugendubel-Filialen.
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Schilderwechsel bei Deuerlich: Unser Foto zeigt die Göttinger Hugendubel-Filialleiterin Sabine Warkentin (links), und Stephanie Lange, Geschäftsführerin aller Hugendubel-Filialen.

Göttingen. Über 200 Jahre war in Göttingen der Name Deuerlich mit dem Buchhandel verbunden. Damit ist ab sofort Schluss. Aus Deuerlich ist in dieser Woche Hugendubel geworden.

Das Münchner Unternehmen hat alle Filialen umbenannt. Seit 2004 gehörte Deuerlich zur Lübecker Buchhandlung Weiland. Dieses Unternehmen wurde 2007 mehrheitlich von Hugendubel übernommen. Nun ändert sich auch der Name.

Hintergrund: Das Internet macht dem konventionellen Buchhandel immer mehr zu schaffen. Viele Kunden bestellen im Netz ihre Bücher – elektronische und herkömmliche. Von diesem stärker werdenden Trend will nun auch die Göttinger Hugendubel-Filiale profitieren, denn Bestellungen von Kunden aus Südniedersachsen auf dem Portal des Unternehmens werden dem Umsatz des Göttinger Geschäftes gutgeschrieben.

Schnelle Entwicklung

Mit einer solch schnellen Entwicklung zum elektronischen Buchhandel im Internet habe man vor ein paar Jahren nicht gerechnet, gibt Stephanie Lange, Geschäftsführerin der bundesweit 86 Hugendubel-Filialen, zu. Das Verhalten der Kunden habe sich in den vergangenen Jahren völlig verändert. Deshalb sei ein starker Internetauftritt ganz entscheidend.

Inzwischen wird laut Lange etwa zehn Prozent des Buchhandels-Umsatzes im Internet gemacht – mit ständig steigender Tendenz. Gleichzeitig machte die Geschäftsführerin am Donnerstag bei ihrem Besuch in Göttingen deutlich, dass sich jede einzelne Filiale rechnen müsse. Mit dem neuen Konzept sichere man langfristig in Südniedersachsen die Arbeitsplätze.

In Göttingen gibt es neben der Filiale in der Fußgängerzone ein zweites Geschäft direkt am Zentral-Campus – mit zusammen etwa 30 Mitarbeitern. Ein wichtiges Standbein sind zudem Geschäftskunden, zum Beispiel die Bibliotheken, aber auch Anwälte und niedergelassene Ärzte, berichtet Sabine Warkentin, Leiterin der Göttinger Hugendubel-Filiale.

Außerdem will das Unternehmen einem Mitbewerber, der im vergangenen Jahren eine Filiale in der Innenstadt neu eröffnet hat, wieder Marktanteile abjagen. (bsc)

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