Statistik der Polizei

Im Landkreis Göttingen: Jeder vierte Verursacher fährt nach Unfall davon

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Schäden an einem Auto: Viele fahren nach einem Unfall davon, ohne sich um den Vorfall zu kümmern.

Landkreis Göttingen – Nach einem Unfall wegfahren, ohne sich um den Schaden zu kümmern: 2102 Vorfälle dieser Art wurden im vergangenen Jahr von der Polizei im Landkreis Göttingen registriert – 20 Prozent mehr als 2017.

Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr bearbeitete die Polizei im Landkreis gut 8600 Unfälle (minus 4,2 Prozent im Vergleich zu 2017). Damit war bei jedem vierten Vorfall auf den Straßen eine Verkehrsunfallflucht im Spiel. Die Aufklärungsquote liegt fast unverändert bei etwa 43 Prozent.

Das wurde am Dienstag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Göttingen bekannt. Ein Grund für den Anstieg der Fallzahlen könnte sein, dass die Polizei inzwischen aktiv dafür wirbt, auch kleine Unfallschäden anzuzeigen. Deshalb verteilen die Beamten beispielsweise auf Supermarktparkplätzen im Landkreis Info-Postkarten, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Video: Richtiges Verhalten nach dem Unfall

Geflüchtete Unfallverursacher, die ermittelt werden, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen – zum Beispiel mit einer Geldstrafe. Es droht aber auch der Führerscheinentzug, insbesondere bei höheren Sach- oder Personenschäden bei dem Unfall. „Beobachtungen von Zeugen kommt oftmals eine entscheidende Bedeutung zu“, appelliert Polizeioberrat Thomas Reuter.

Wie soll man sich nach einem Unfall verhalten? Tipps vom ADAC gibt es hier.

Erfolgreicher Führerschein mit 17

Risikogruppe im Verkehr sind weiterhin die Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren. Sie sind laut Polizeiinspektion Göttingen weiterhin überproportional an Unfällen in Südniedersachsen beteiligt.

Konkret: Von den gut 8600 Unfällen im vergangenen Jahr im Landkreis Göttingen wurden 1428 von Fahranfänger verursacht – also etwa jeder sechste. „Wir werden daher auch zukünftig alle Anstrengungen unternehmen, um Unfälle dieser Risikogruppe weiter zu reduzieren“, kündigte Polizeioberrat Thomas Reuter, der mit Hauptkommissar Torsten Moschkau die Zahlen vorstellte, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Göttingen an. 314 Fahranfänger (2017: 319) wurden verletzt, davon 32 (2017: 23) schwer. 

Video: Infos zum Führerschein mit 17

Als Erfolg wertet die Göttinger Polizei die Einführung des Führerscheins mit 17 (Begleitetes Fahren). Das gelte auch für das Alkoholverbot am Steuer für Fahranfänger. Beides trage zur Erhöhung der Sicherheit bei, so die Polizei.

Fortgesetzt wird im laufenden Jahr ein Präventionsprogramm, bei dem junge Fahrer über die Ursachen und die Folgen von schweren Unfällen aufgeklärt werden.

Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer eins

Unfallursache Nummer eins in Südniedersachsen ist die überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit. Die Folge seien Unfälle mit höherem Sach- oder sogar Personenschaden. Polizeioberrat Reuter schilderte dazu ein konkretes Beispiel: „Verkehrsteilnehmer, die anstatt der erlaubten 100 km/h mit 120 km/h fahren, würden mit einer Geschwindigkeit von über 70 km/h an der Stelle auf ein Hindernis aufprallen, an der ein Fahrzeug mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit bereits zum Stillstand gekommen wäre.“

Radfahrer sind Risikogruppe

Eine weitere Risikogruppe sind Radfahrer – insbesondere in der Uni-Stadt Göttingen. Von den insgesamt fünf (2017: zehn) getöteten Verkehrsteilnehmern war eine Fahrradfahrerin. In vielen Fällen haben die Radler selbst die Unfälle verursacht oder mit dazu beigetragen.

Video: Sicher auf dem Rad - Training mit dem ADFC

Dazu gehören Rotlichtverstöße, Benutzung der falschen Fahrbahnseite, Fahren ohne Beleuchtung oder Alkoholeinfluss. Gleichzeitig übersehen zahlreiche Autofahrer immer wieder Radler beim Abbiegen oder öffnen die Türen, ohne auf den Radverkehr zu achten.

Tipps vom ADAC rund um das Radfahren (mit Bußgeldkatalog) gibt es hier.

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