Theaterclub „Junge Wilde“ inszeniert „Freak de Out“ am Deutschen Theater

Junge Wilde
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Junge Wilde: Die Nachwuchs-Schauspieler präsentierten ihr aktuelles Stück „Freak de Out“.

Göttingen. Den Deutschen wird ja des Öfteren ein gewisser Hang zum Nörgeln nachgesagt. Besonders gut lässt es sich an den kleinen Dingen herummäkeln, etwa an Rechtschreibfehlern im Titel eines Theaterstücks.

„Da muss apostrophiert werden!“ entrüstet sich gleich zu Beginn der Inszenierung von „Freak de Out“ ein junger Schauspieler über die mangelhaften Französischkenntnisse des Autors und muss von zwei weiteren Mitgliedern des Theaterclubs „Junge Wilde“ von der Bühne geschleift werden.

Die Aufführung soll schließlich pünkllich beginnen – nicht, dass sich noch jemand aufregt. Gemeinsam mit ihren Spielleitern Swantje Möller und Andreas Daniel Müller haben elf Jugendliche im Alter zwischen zwölf und vierzehn Jahren am Deutschen Theater ein Stück entwickelt, in dem eigentlich niemand die Ruhe bewahrt – stattdessen wird gezetert und geschrieen, verletzt und verweigert. Sei es die versetzungsgefährdete und furchtbar verzogene Schülerin, die trotzig aus dem Lehrerzimmer stürmt oder der Sohn, welcher seinem unerträglich herablassenden Vater an die Gurgel geht – jede der herrlich überzogenen dargestellten Situationen eskaliert am Ende.

Dass es manchmal hilfreich sein kann, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf sein Gegenüber einzulassen, für diese Erkenntnis bedarf es erst eines Zauberers und seinen zwei Lehrlingen, die Menschen auf eine Insel entführen, um ihnen dort eine Einführung zum Thema Zusammenhalt und Teamwork zu geben. Nur wer sich in die Gruppe einfügt, darf am Ende wieder in sein normales Leben zurückkehren. Und während die Gestrandeten noch damit beschäftigt sind, sich langsam zusammenzuraufen, wird im Hintergrund beständig weitergeschimpft und beschuldigt. Ein wenig Magie wäre im richtigen Leben manchmal eben auch ziemlich praktisch.

Junge Schauspieler

Mitglieder des Spielclubs „Junge Wilde“ sind: Tomke Arant, Adelina Blaschke, Lynn Ebert, Yanthe Glienke, Marie Gremmler, Lillian Jöster, Paula Meyer, Gordon Prager, Paula Swoboda, Luca Wenger und Ariane Wiese.

Nächste Aufführung: Sonntag, 23. Juni, 17 Uhr, Studio im Deutschen Theater in Göttingen, Kartentelefon: 05 51/4 96 90.

Von Hannah Becker

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