Lager Friedland: Historisches Tief bei Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion

Immer weniger aus dem Osten

Friedland. Die Zahl der Spätaussiedler aus den Ländern der früheren Sowjetunion im Grenzdurchgangslager Friedland (Kreis Göttingen) hat einen historischen Tiefstand erreicht. In diesem Jahr seien 3400 Menschen aus der ehemaligen UDSSR aufgenommen worden, im Vorjahr waren noch 4300 Aussiedler vor allem aus Kasachstan und Russland über Friedland nach Deutschland eingereist, sagte der Leiter des Lagers, Heinrich Hörnschemeyer. Dafür seien in 2009 bislang rund 2000 irakische Christen aufgenommen worden.

Hörnschemeyer glaubt, dass zahlreiche Ausreisewillige mit deutschen Wurzeln die Hürden des Zuwanderungsgesetzes nicht schaffen.

„Besonders fleißig sind die irakischen Christen.“

Heinrich Hörnschemeyer über DIE integrationskurse

Danach müssen nicht nur sie, sondern auch ihre Ehepartner ausreichende deutsche Sprachkenntnisse nachweisen, bevor sie nach Deutschland dürfen. Neben den Aussiedlern und den Christen aus dem Irak wurden in diesem Jahr nach einer in den 1990er Jahren beschlossenen Sondervereinbarung der Bundesregierung rund 150 jüdische Zuwanderer aus verschiedenen Ländern im Lager aufgenommen. Ein Teil von ihnen besucht derzeit im Lager die Integrationskurse.

Die rund 40 freiwilligen, drei- bis sechsmonatigen Integrationskurse 2009 bezeichnete Hörnschemeyer als „Erfolgsstory“. Rund zwei Drittel der Aufgenommenen hätten daran teilgenommen. „Besonders fleißig sind die irakischen Christen, von denen bis auf wenige Alte und Schwache oder einigen, die sofort zu Verwandten reisten, nahezu alle an den Kursen teilgenommen haben.“

Dabei hätten sich die Kinder als „ganz besonders aufnahmefähig und schnell“ erwiesen, betonte der Leiter des Grenzdurchgangslagers.

Im ersten Quartal des kommenden Jahres werden im Lager die letzten 500 von insgesamt von der Bundesregierung aufgenommenen 2500 Irak-Flüchtlingen erwartet. (lni)

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