Corona-Krise

Corona in Niedersachsen: Land will künftig öfter auf Virus-Mutation testen

Impfung gegen Corona
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Das Land Niedersachsen plant weitere Corona-Tests auf die Mutation des Virus B.1.1.7., um mehr über die Verbreitung zu erfahren. Auch die Impfungen sind im vollen Gange. (Symbolbild)

Das Land Niedersachsen möchte in Zukunft mehr Tests auf die Corona-Mutation durchführen. Knapp 55.000 Personen wurden bereits geimpft.

Hannover – Niedersachsen möchte bald intensiver auf Infektionen mit der Coronavirus-Mutation B.1.1.7 aus Großbritannien testen. Das Landesgesundheitsamt baue seine Laborkapazität aus, um stichprobenhaft Tests auf die mutierte Virenform vornehmen zu können, sagte die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder.

Sobald die entsprechenden Laborgeräte geliefert sind, starteten entsprechende Untersuchungen auf die B.1.1.7-Mutation. Bundesweit sollen künftig fünf Prozent aller PCR-positiven SARS-CoV-2-Proben einer Erbgut-Analyse unterzogen werden, meldete das RKI.

Corona-Tests in Niedersachsen: Virus-Mutationen sollen schon bald mehr getestet werden

Bislang werden Tests auf die mutierte Virenform in Deutschland nur anlassbezogen vorgenommen – im Vergleich zu Großbritannien in weitaus geringerer Zahl, die laut Experten aktuell keine verlässlichen Daten für die Verbreitung der Mutation B.1.1.7 bei uns zulässt.

So sind bislang nur einzelne Treffer auf B.1.1.7 möglich, wie in einer Hamburger Schule aufgrund einer Übertragungskette oder aktuell – ebenfalls durch einen anlassbezogenen Test – im Kreis Vechta: Zwei Personen waren mit B.1.1.7 infiziert, die Ende Dezember von einem Großbritannien-Aufenthalt zurückgekehrt waren. Da die beiden Betroffenen sich unverzüglich in Quarantäne begaben, kamen sie nur mit vier Personen in Berührung, die keine Symptome hatten und deren Quarantäne gestern endete.

Corona in Niedersachsen: Impfungen von Bewohnern in Pflegeheimen möglichst schnell beenden

Wichtiger ist laut Experten aus deutschen Uni-Verbundprojekten nicht die Suche nach einer Mutation, sondern aller Mutanten, besonders aber das Sammeln von Informationen über Art und Tempo der Virus-Verbreitung. Nach englischem Vorbild der Sequenzierung des Virus-Genoms (Erbguts) ist aus den deutschen Verbundprojekten zur Analyse des Epidemiegeschehens, DeCOI und B-FAST, ein Projekt gestartet. Es geht dabei darum, gesichert, standardisiert das Genom des Virus zu sequenzieren und – das ist wichtig – die Ergebnisse in Verbindung zu setzen zu Ort, Zeit, Virus und Virusträger.

Derweil sollen in Niedersachsen die Impfungen von Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen möglichst schnell beendet werden. Dazu werden ab dem 17. Januar erstmals in den Kreisen Osnabrück und Cloppenburg die zweiten Impfdosen gegeben. In der kommenden Woche werden zudem Senioren ab 80 Jahre schriftliche Einladungen für den Besuch in einem Impfzentrum erhalten. Ab dem 28. Januar können per Telefon oder online Termine reserviert werden. Start für die Impfungen in den Zentren soll am 1. Februar sein.

Knapp 55.000 Menschen in Niedersachsen gegen Corona geimpft - bislang keine Nebenwirkungen

Landesweit gehören etwa 800.000 Menschen zur ersten Priorisierungsgruppe. Dazu zählen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und Medizinpersonal. Inzwischen haben 54.170 Menschen in Niedersachsen eine erste Impfung gegen das Corona-Virus erhalten – das sind 0,68 Prozent der Bevölkerung. Dabei sind nach Angaben von Claudia Schröder bislang keine Nebenwirkungen bekannt geworden. (Bernd Schlegel und Thomas Kopietz)

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