Knusprige Werbung fürs Kinderhospiz mit Info-Bandrolen an Broten

Info-Aktion zur Kinderhospizarbeit: Hanne Hagen (links) und Andrea Domnik von der Göttinger Holzofenbäckerei Hemer mit den von Banderolen umwickelten Broten. Foto: Schröter

Göttingen. Mit einer Werbeaktion der besonderen Art hat am Montag der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Göttingen auf sich aufmerksam gemacht. Anlässlich der 10. Auflage des bundesweiten Tages der Kinderhospizarbeit wurden in der gesamten Region Brote mit speziellen Info-Banderolen verkauft.

Es ist der Alptraum aller Eltern: Man freut sich über die Geburt seines Kindes und hat es gerade erst so richtig ins Herz geschlossen, da stellt ein Arzt die Diagnose, dass es an einer schweren Krankheit leidet. Einer Krankheit, die definitiv das Leben des Kindes verkürzen wird.

Mit dieser Situation sind viele Eltern nicht nur seelisch überfordert. Sie benötigen daher dringend Hilfe. Und diese Hilfe finden sie beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Göttingen. „Wir begleiten Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind“, sagt Koordinatorin Hanne Hagen, die das Büro des Kinderhospizdienstes leitet. „Ehrenamtlich tätige Frauen und Männer fahren zu den Familien nach Hause und unterstützen Eltern und Kinder ein- oder zweimal in der Woche für mehrere Stunden“, erklärt sie. Dabei gehe es nicht um ein therapeutisches Fachangebot, dass die an Stoffwechselerkrankungen, Muskelerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder Krebs leidenden Kinder in der Regel ohnehin erhalten würden. „Unsere Ehrenamtlichen spielen mit den Kindern oder ihren Geschwistern, lesen ihnen etwas vor oder gehen mit ihnen spazieren“, sagt Hanne Hagen. Damit würde die gesamte Familie entlastet und die Eltern bekämen Gelegenheit, zumindest für kurze Zeit etwas abzuschalten.

Da die Situation vor allem zu Beginn auch für die ehrenamtlichen Mitarbeiter alles andere als normal ist, werden sie in Schulungen auf ihren Einsatz in den Familien vorbereitet. Diese Schulungen umfassen 80 Kursstunden, in denen sich die Teilnehmer unter anderem mit der eigenen Endlichkeit und eigenen Trauererfahrungen sowie der Frage beschäftigen, wie Kinder trauern und wie sich ihren eigenen Tod vorstellen.

„Wir haben uns vor drei Jahren schon einmal an dem Aktionstag beteiligt und viele unserer Kunden haben sich erfreut darüber gezeigt, dass es einen solchen Dienst in Göttingen gibt“, sagt Andrea Domnik von der Holzofenbäckerei Hemer in der Böttinger Straße, während sie gerade die Brote mit den Banderolen einschlägt. Sie hoffe, dass auch diesmal möglichst viele Menschen auf den Kinder- und Jugendhospizdienst aufmerksam werden. Schließlich könnten alle Eltern einmal in die Situation kommen, ihn in Anspruch nehmen zu müssen. Auch wenn das natürlich niemandem zu wünschen sei. 

Der Aktionstag endet Montag, 10. Februar, mit einem Filmabend im Göttinger Kino Lumière (Geismar Landstraße 19), wo ab 19.45 Uhr der Film „Oskar und die Dame in Rosa“ gezeigt wird. Vor und nach dem Film informiert der Dienst über seine Arbeit an einem Stand im Foyer. Weitere Informationen gibt es im Internet. (per)

www.deutscher-kinderhospizverein.de

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