„GöttingenZero“ sucht Unterstützer

Initiative will Bürgerentscheid: Schon 2000 Unterschriften für den Klimaschutz

Die Unterschriften des Bürgerbegehrens sollen im Neuen Rathaus in Göttingen eingereicht werden.
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Die Unterschriften des Bürgerbegehrens sollen im Neuen Rathaus in Göttingen eingereicht werden.

Göttingen – Junge Aktivisten aus Göttingen wollen einen Bürgerentscheid zum Thema Klimaschutz durchsetzen. Bislang haben sie bereits 2000 Unterschriften dafür gesammelt – mehr als 7000 werden am Ende benötigt.

Ziel der Initiative ist es, dass die Stadt Göttingen ihr Ziel der Klimaneutralität vom Stichjahr 2050 auf 2030 vorzieht und ihren Aktionsplan entsprechend anpasst. Damit aus dem aktuellen Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid wird, über den die Einwohner abstimmen, müssen am Ende mindestens 7116 Unterschriften von Wahlberechtigten aus Göttingen benötigt. Das entspricht 7,5 Prozent der wahlberechtigten Einwohner ab 16 Jahre. Mitmachen dürfen auch Staatsbürger eines EU-Mitgliedslandes.

„Das Bürgerbegehren ist eine Form der direkten Demokratie, es gibt Bürgern die Möglichkeit zur Mitbestimmung über die Zukunft ihrer Stadt.“, macht Luise Przibilla deutlich. Die 22-Jährige ist Mitbegründerin der Initiative „GöttingenZero“, die das Bürgerbegehren ins Leben gerufen hat. Die Stadt Göttingen habe sich in ihrem „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ der Klimaneutralität für 2050 verschrieben, was für eine Einhaltung der Klimaziele nicht ausreicht, so die Aktivistin. Nachdem ein Antrag der Initiative im Stadtrat abgewiesen wurde, ist aus Sicht von „GöttingenZero“ das Bürgerbegehren nun der nächste Schritt. Der Göttinger Aktivitäten sind Teil der bundesweiten Initiative „GermanZero“, die Städte dazu auffordert, sich Klimaziele zu setzen.

Eine Bürgerbeteiligung in dieser Form hatte schon einmal Erfolg, 2010 wurde im Landkreis durch ein Votum der Bevölkerung der Bau der „Südspange“ verhindert. In Göttingen wäre ein solcher Entscheid ein Novum.

Natürlich ist es schwer, während der Pandemie Unterschriften zu sammeln, deshalb ist Kreativität gefragt. Die Unterschriftenlisten liegen in verschiedenen Geschäften im Stadtgebiet aus. Auch kann die Liste ausgedruckt werden. Die Initiative hat ebenfalls einen Lieferservice eingerichtet, in dem Unterschriftenlisten und Flyer direkt zu Interessierten nach Hause gebracht werden können. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Initiative. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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