Innige Partnerschaft in schwierigen Europazeiten

Städtepartnerschaft Göttingen–Cheltenham: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (links) überreichte beim Empfang im Alten Rathaus an seinen Kollegen Duncan Smith ein Göttingen-Bild. Duncan revanchierte sich mit einem Cheltenham-Bild. Foto: Kopietz

Göttingen. 150 Gäste aus dem englischen Cheltenham mit Bürgermeister Duncan Smith und Verwaltungschef Andrew North an der Spitze besuchen bis Mittwoch Göttingen. Sie wurden am Sonntag vom Oberbürgermeister begrüßt.

In der Nacht aus seinem Venedig-Urlaub zurückgekehrt, präsentierte sich Rolf-Georg Köhler vor 200 Zuhörern im Alten Rathaus und dem Vorspiel durch das Cheltenham-Symphony-Orchestra humorvoll. Köhler begrüßte die Gäste herzlich, die ein strammes Programm in Göttingen und Umgebung abspulen. Die Briten nehmen an Versuchen im XLAB-Schülerlabor teil und besuchen den Geopark der Uni. Auch stehen Besuche in Berlin und Hannover an. Weiter auf dem Programm: eine Exkursion zum PS-Speicher Einbeck und die vom Göttinger Partnerschaftsverein organisierte Wanderung im Stadtwald sowie die „Big Party“ am Kiessee.

Rolf-Georg Köhler erwähnte aber auch die Probleme in Europa: „Europa hat schon bessere Tage gesehen.“ Auf der hohen Ebene der Politik gäbe es Probleme, drohe das Gesamtwerk zu scheitern. In den Wochen der Skepsis aber gibt es laut Köhler auch eine verlässliche Basis: Unten, auf der Ebene der Gemeinden, der gelebten Städtepartnerschaften, zeigten die Menschen, wie es geht: „Dort herrscht so viel Stabilität und Zukunftssicherheit, dass das Krisenmanagement auf der hohen Ebene eingestellt werden könnte.“

Göttingen und Cheltenham verbindet seit 64 Jahren eine Städtefreundschaft, die auch durch die alle zwei Jahren im Wechsel stattfindenden Festivals gestärkt wird: Man trifft sich zum Austausch, bearbeitet Projekte und feiert. Köhler jedenfalls vergisst nie, dass die Partnerschaft seit 64 Jahren besteht: „Ich bin genauso alt. Mein Ziel ist, dass diese Partnerschaft nicht mit 65 in die Rente geht.“

Duncan Smith, zum ersten Mal in Göttingen, erinnerte daran, dass eine solche Partnerschaft nicht selbstverständlich sei. Beide Staaten, hätten nach so vielen Toten im Zweiten Weltkrieg später auch getrennte Wege gehen können. Das sei zum Glück nicht so gekommen. Die Partnerschaft heute zwischen Cheltenham und Göttingen sei ein Geschenk. Duncan sagte, dass man auf die Initiativen der kleinen Leute achten und auf deren Meinung hören müsse. „Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen.“

Geschenke gab es auch, überreicht mit einem Augenzwinkern: Duncan erhielt ein Göttingen-Bild auf dem auch – als Suchaufgabe – etwas von Cheltenham zu sehen sei. Köhler bekam laut Duncan ein typisches Bild: Cheltenham im Regen – und dazu eine Flasche Gin, produziert in der Nachbarstadt.

Das Cheltenham Symphony Orchestra spielt am Montag, 27. Juli, um 20 Uhr in der Johanniskirche. Karten: In der Tourist-Info und an der Abendkasse.

Von Thomas Kopietz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.