Innovationspreis-Verleihung unter dem Eindruck der Welt-Probleme

Alle auf der Bühne: Nach der Verleihung des Innovationspreises 2015 des Landkreis Göttingen trafen sich alle Preisträger auf der Bühne im Deutschen Theater zum Gruppenbild. Foto: Jelinek

Göttingen. Innovationspreisverleihung 2015 im Deutschen Theater - Wie war‘s?

Stimmung

Weitgehend locker-seriös mit leichter Klassischer Musik und einem gut aufgelegten, oft spontan kalauernden Comedian-Moderator Lars Wätzold. Es gab aber auch nachdenkliche, ja ergreifenden Momente.

Eröffnungsrede

Am Rednerpult prangte das Peace-Zeichen mit dem Eifelturm. Ein Signal. Landrat Bernhard Reuter, zeigte deutlich auf – ohne in Pathos abzugleiten – was im Moment ihn und die Menschen bewegt: die Flüchtlingskrise und der IS-Terror mit allen Auswirkungen von einem veränderten Alltag bis zu Trauer um die Toten. Er sprach von der großen Aufgabe aller, mit dem Flüchtlingsproblem fertig zu werden, von der vorhandenen großen gemeinschaftlichen Hilfsbereitschaft. Im Vorjahr hatte sich Reuter noch als Innovation für sich ein spezielles Fahrrad gewünscht. Jetzt gehe es nicht um persönliche Wünsche, sondern darum, große, globale Probleme zu lösen. Er wünschte sich Instrumente, die es ermöglichen, die Hilfe von vielen Menschen bei der Flüchtlingsarbeit zu koordinieren.

Flüchtlinge

Migranten seien schon immer wichtig für dieses Land gewesen, sagte Reuter. „Migranten können Impulse für Innovationen geben.“ Der Innovationspreiswettbewerb sei mit seinen vielen Facetten auch gesellschaftspolitisch relevant, sagte Reuter.

Terror

Bewegende Worte, die sehr viel Beifall ernteten, sprach Prof. Dr. Arnulf Quadt, vom Zweiten Physikalischen Institut der Universität Göttingen: Er erinnerte an die Zusammenarbeit mit europäischen Kollegen im Kernforschungszentrum Cern bei Genf. Man werde nach den Terror-Attentaten in Paris noch enger auch mit den französischen Kollegen zusammenarbeiten. Ausgezeichnet wurde Quadt und sein Team für den interaktiven Internet-Kalender „Physik im Advent“. Und: Mit der eigenen Uni-Physik-Show sollen Flüchtlinge-Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland die Freude an der Physik entdecken können. „Wir haben 1000 Freiwillige dafür gewinnen können.“ Riesenapplaus.

Dauerteilnehmer

Das ist Dirk Diederich. Der Glas-Experte aus Uslar leitet in Göttingen das IGR, Institut für Glas- und Rohstofftechnologie. Bislang acht Mal hat Diederich Bewerbungen eingeschickt. „Drei mal war ich Zweiter, ich habe in die Bewerbung geschrieben, dass ich gerne auch mal als Sieger eingeladen werden möchte.“ Es bedurfte aber der Hilfe aus dem „Ausland“, wie ein Techniker aus Bayern sagte. Die Kooperation mit Dr. Drexler Glasservice und der Glashüte Lamberts in Waldsassen. Mit den Bayern gelang der Sieg und der große Wurf: restauroUV – das weltweit erste UV-Schutzglas mit direkt im Glas vorhandenen Filter. „Das gab es bislang noch nicht“, sagte ein glücklicher Dirk Diederich.

Beste Sprüche

Ohne Frage, kamen die von Moderator Lars Wätzold: Auf Arnulf Quadt gemünzt sagte er: „Der Weihnachtsmann arbeitet bei der Uni, ich habs ja immer gewusst.“ Und auf den Bewerber aus Worbis, der ein Whisky-Bier anbietet: „Ich tippe das Bier gewinnt. Super Idee! Eine Lütje Lage einfach mal zusammenkippen. Das geht!“ Zum Schluss sagte Wätzold: „Ich danke mir selber.“

Keine Zeit

„Eigentlich hatte ich einen Termin“, sagte der jüngste Ausgezeichnete: Der 21-jährige Alexander Helbing, der Dronen baut, besser Messflugroboter. Helbing musste nachdrücklich zu einem Besuch im DT gebeten werden: „Ich hatte eigentlich einen Termin.“ Dann kam er doch, um den Sonderpreis Messtechnik und das Preisgeld mitzunehmen. Wätzold: „Mann, ist der jung, 21, den adoptiere ich!“

Von Thomas Kopietz

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