Gastspiel im Deutschen Theater

Interview mit der Band Erdmöbel: „Publikum wach machen“

Gastspiel im Deutschen Theater: Die Formation „Erdmöbel“ will die Konzertbesucher mit einem „vorwärtspreschenden Programm“ überraschen. Foto: Sebastian Weise/nh
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Gastspiel im Deutschen Theater: Die Formation „Erdmöbel“ will die Konzertbesucher mit einem „vorwärtspreschenden Programm“ überraschen.

Göttingen. Poppig, ehrlich und auf deutsch – seit 20 Jahren bereichern Erdmöbel die deutsche Musikszene. Zum Jahresende am Montag, 30. Dezember, gibt die Kölner Band ein Konzert im Deutschen Theater in Göttingen.

Im interview verrieten Sänger und Gitarrist Markus Berges sowie Produzent und Bassist Ekki Maas, dass sie Kritik sehr ernst nehmen.

Sie machen seit 20 Jahren zusammen Musik. Wie schaffen Sie es, trotzdem Freunde zu bleiben?

Markus Berges: Freundschaft ist eine Voraussetzung dafür, dass man es so lange miteinander aushält. Freundschaft bedeutet, dass man sich zwischendurch auch mal was zumuten kann. Nicht nur wir beide sind Freunde, sondern auch der Rest der Band. Ich glaube, anders geht das auch gar nicht.

Ihr aktuelles Album „Kung Fu Fighting“ hat durchweg gute Kritiken bekommen. Treibt einen das an oder wünscht man sich da nicht auch mal ein bisschen Gegenwind?

Berges: Es ist immer schmerzhaft, negative Kritiken zu bekommen. Und wir sind da auch keine unempfindlichen Seelchen. Wenn es sich um eine Kritik handelt, bei der man zu verstehen bekommt, warum derjenige das ablehnt, dann kann das natürlich auch sehr interessant sein.

Ekki Maas: Es gab im Internet zum Beispiel ein Quartett, das unsere Platte besprochen hat. Zwei davon fanden es wirklich richtig fürchterlich. Erst haben wir uns darüber aufgeregt. Dann haben wir aber gedacht, es ist super, dass mal so darüber geredet wird. Eigentlich ist das ja auch gar nicht so harmonisierend gemeint, was wir machen. Wir planen auch ein, Leute vor den Kopf zu stoßen.

Aber es klappt nie?

Berges: Ich glaube, das klappt schon. Es ist nur relativ selten zu lesen. Wir wissen schon, dass es eine ganze Menge Leute gibt, die uns Scheiße finden. Aber man bekommt es selten ins Gesicht gesagt.

Wie wichtig ist es, auf deutsch zu singen - würden die Songs auch auf englisch oder spanisch funktionieren?

Maas: Wir haben ja alle früher schon mal Musik auf Englisch gemacht. Es ist sehr problematisch, Texte zu schreiben, die nicht in der Muttersprache sind. Das klingt einfach klischeehaft. Man kann nicht kreativ mit Sprache umgehen, wenn es nicht die eigene ist.

Berges: Man kann es natürlich in einer Fremdsprache machen. Entweder wenn man sie sehr gut beherrscht oder etwas Künstliches daraus macht, wie es zum Beispiel Kraftwerk oder Element of Crime gemacht haben. Wenn ich mir anhöre, wie ich früher auf Englisch gesungen habe, dann klingt das für mich komisch. Man hört, dass ich da noch keinen eigenen Sound gefunden hatte.

In Göttingen spielen Sie nicht in einer klassischen Konzert-Location. Inwiefern unterscheidet sich so ein Konzert von anderen?

Maas: Das Publikum sitzt in bequemen Sesseln. Und das ist schon eine Aufgabe für eine Band. Die muss die dann erstmal wach machen, wenn sie auf die Bühne kommt.

Berges: Wir haben ja schon Theaterkonzerte gespielt und wir haben es auch schon geschafft, Theater zum Tanzen zu bringen. Wir spielen schon ein vorwärtspreschendes Programm. In einem Theater kann das spannend werden.

Gastspiel: Deutsches Theater in Göttingen, Montag, 30. Dezember, 19.45 Uhr, Eintritt: 26,50 bis 37,50 Euro, KArtentel. 05 51/49 69 11.

www.dt-goettingen.de

Von Verena Schulz

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