Jäger schießt statt auf Wildschwein auf 14-jährigen Schüler

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Niedernjesa. Ein Jäger hat vermutlich während einer sogenannten Drückjagd irrtümlich mehrfach auf einen 14-jährigen Schüler geschossen, der glücklicherweise nicht verletzt wurde.

Der Vorfall ereignete sich am Montagnachmittag am Parkplatz Wendebach-Stausee an der Landstraße 568 bei Niedernjesa. Der Junge schob dort sein Fahrrad auf einem Asphaltweg von Richtung Reinhardshausen nach Niedernjesa, als er Schüsse vom benachbarten Maisfeld hörte.

Nach einem Blick durch das Gebüsch entdeckte er einen Jäger, der seine Schusswaffe in seine Richtung angelegt hatte. Der 14-Jährige reagierte geistesgegenwärtig, ließ sich sofort zu Boden fallen und machte dann durch lautes Rufen Rufen und dem Schwenken seiner roten Tasche auf sich aufmerksam. Vergeblich: drei Schüsse fielen.

Die galten einem verletzten Wildschwein, das nur wenige Meter vom Jungen entfernt in Richtung Landstraße flüchtete.

Laut Joachim Lüther von der Polizei Göttingen wurde Anzeige gegen den Jäger gestellt. „Der Vorfall ist aktenkundig. Wir prüfen gerade die Einzelheiten und haben den Vorgang an die Untere Jagdbehörde des Landkreises Göttingen zur Prüfung gesandt“, sagte Lüther auf Anfrage.

Fest steht, dass der Jäger an einer genehmigten Drückjagd bei der Maisfeld-Ernte teilgenommen habe. Der Jäger sei ermittelt, der Junge hatte sich dessen Autokennzeichen gemerkt.

Die Aussagen des Jägers stehen laut der Jagdgenossenschaftsaufsicht des Landkreises Göttingen noch nicht fest.

Geprüft werden müsse aber unter anderem, ob bei dem Vorfall möglicherweise gegen Unfallverhütungsgesetze verstoßen wurde.

Eine Drückjagd ist eine Gesellschaftsjagd auf Schalenwild, meist in Waldgebieten. Dabei wird das Wild mit Treibern und Hunden gescheucht. In Deutschland sind bei der Drückjagd Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten.

Dazu gehört auch die öffentliche Information. Im Rahmen der Risikominimierung während der Bewegungsjagden werden oft auch Absprachen mit den Verkehrsbehörden getroffen: Es sind nun auf Antrag auch zeitweise Straßensperrungen und Geschwindigkeitsreduzierungen auf Bundesstraßen möglich, dieses gilt für ausgewählte Strecken bis 50 km/h. (mle/tko)

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