Jahresbilanz: Sparkasse Göttingen mit starkem Geschäftsjahr 2015

Lächeln erwünscht: Mit neuer Werbebotschaft gehen die Sparkassen ins neue Geschäftsjahr 2016: Vorstandsvorsitzender Rainer Hald (links) und Vorstand Andrè Schüller fällt das Lächeln nicht schwer – es gab gute Zahlen für 2015. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Ziele in schwierigen Zeiten übertroffen: Das ist knapp zusammengefasst der Tenor für das Geschäftsjahr 2015 der Sparkasse Göttingen.

Das Institut schließt 2015 mit einem Betriebsergebnis von 27 Millionen Euro und einem Überschuss von etwa fünf Millionen Euro ab. Die Sparkasse Göttingen liegt damit über dem Durchschnitt des niedersächsischen Sparkassenverbandes. „Das ist wichtig für uns“, sagte Vorstandsvorsitzender Rainer Hald bei der Jahrespressekonferenz am Freitag.

Die Zahlen, auch die Bilanzsumme von 2,7 Millarden Euro, seien so nicht zu erwarten gewesen – aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen und unbequemer Gegner wie neue Auflagen und Niedrigzinsen.

Der Vorstandsvorsitzende und bekennende Sportsfreund Rainer Hald vergleicht seine Sparkasse mit der Fußballnationalmannschaft. Mit dem Ziel der Qualifikation zur zweiten Runde angetreten, sei man am Ende als klarer Gruppensieger weitergekommen. Branchenprimus in der Region ist die Sparkasse ohnehin. Auch das ist wichtig, für den Vorstandsvorsitzenden. Fazit des „Teamchefs“: Sein Haus habe den Gegnern und widrigen Spielfeldbedingungen getrotzt: dank einer starken Teamleistung aller Mitarbeiter und der Besinnung auf die Stärken.

Viele starke Bereiche

„Wir haben uns nicht auf ein gutes Ergebnis in einem Bereich verlassen, sondern auf alle Kernkompetenzen gesetzt. Dann fallen Einbußen in einem Bereich nicht so ins Gewicht. Das macht eine Bank auch krisensicherer. Andere, die mehr Risiko eingehen, geraten schneller in Probleme“, fasste Hald die vom Teammanagement ausgegebene taktische Ausrichtung zusammen.

Die Teilergebnisse:

• Kundeneinlagen: Trotz niedriger Zinsen wachsen sie um fast 100 Millionen Euro auf den Rekordwert von fast zwei Milliarden Euro. „Das zeugt von dem Vertrauen der Kunden.“

• Darlehensgeschäft: Darlehen im Wert von 390 Millionen Euro kamen hinzu. Das ist ein Plus von 20 Prozent zum Vorjahr. Gesamtvolumen nun: 2,3 Millarden Euro.

• Bausparverträge: Abschlüsse im Wert von 76 Millionen Euro. „Immobilien in Göttingen sind teuer, deswegen werden höhere Bausparvertragssummen abgeschlossen“, begründet Hald.

• Wertpapiergeschäft: Plus 20 Prozent auf 360 Millionen Euro. „Hier sind große Gewinnmargen zu erzielen.“ Auch bei Investmentfonds gab es ein Plus von 30 Prozent.

• Immobilien: Die Immobilienabteilung verkaufte 230 Objekte im Wert von 59 Millionen Euro. Ein Plus von 35 Prozent zum Vorjahr. Aber: Es fehlt drastisch an Bauplätzen und Wohnungen insgesamt, so Vorstand Andrè Schüller.

Den Überschuss wird die Sparkasse übrigens nicht, um ihm Bild der Fußballer-Sprache zu bleiben, für Spielertransfers verwenden, sondern auf die Kante legen: das Eigenkapital erhöhen. Das sei vor dem Hintergrund strengerer Auflagen auch notwendig. Mehr Geld an die Kommunen wird auch nicht ausgeschüttet. Diese partizipierten ohnehin von den hohen Fördergeldern so für Kultur und Sport, erläuterte Hald. Das sei festgelegt und daran ändere sich nichts. Zudem schütte die Sparkasse die Spenden vor Steuern aus. Damit kommt mehr Geld an, als würde man es vom Überschuss nehmen und dann versteuern müssen.

In die Saison 2016 geht die Sparkasse mit verhaltenem Optimismus, aber im Bewusstsein um die eigene Wettbewerbsfähigkeit – ganz wie die deutsche Fußballnationalmannschaft. (tko)

Von Thomas Kopietz

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