Jens Frahm: Noch ein Göttinger in "Hall of Fame" deutscher Forscher

Steht für interdisziplinäre Forschung und Anwendung: Prof. Dr. Jens Frahm, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, in der Hall of Fame der deutschen Wissenschaft. Foto: nh

Göttingen. Seit 2009 gibt es die „Hall of Fame“ für herausragende deutsche Wissenschaftler und Entwickler: Jetzt ist ein weiterer herausragenden Göttinger Forscher darin aufgenommen worden: Prof. Dr. Jens Frahm (65) vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Was ist die Hall of Fame der deutschen Forschung? 

Die Zeitschrift Manager Magazin nimmt seit 2009 herausragende Forscher, Wissenschaftler und Entwickler darin auf, die den Wissenschaftsstandort Deutschland bereichert und zukunftsfähiger gemacht haben. Bisher wurden 20 ernannt, die Hälfte davon sind Nobelpreisträger. Die andern zehn kommen – wie auch Jens Frahm aus der Max-Planck-Gesellschaft.

Welche Göttinger sind bereits in der „Hall of Fame“ dabei? 

Zwei weitere Professoren und Direktoren aus dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie mit Standort am Fassberg in Göttingen: Die Nobelpreisträger Manfred Eigen (Physik, 1967) und Stefan Hell (Chemie, 2014). Jens Frahm ist ein echtes Göttinger „Wissenschaftskind“: Er studierte an der Georg-August-Universität Physik, promovierte bei Hans Strelow in Chemie und ist seit 1993 Leiter der dem MPI-Institut für biophysikalische Chemie angeschlossenen Biomedizinischen NMR-Forschungs GmbH.

Warum wurde Jens Frahm in die „Hall of Fame“ aufgenommen? 

Nun, auch Frahm wurde bereits als möglicher Nobelpreisträger gehandelt. Auch, weil dank seiner Erkenntnisse und Entwicklungen viele Menschen einen Vorteil haben: Frahm und sein Team haben die Magnetresonanz-Tomografie schneller gemacht und damit den Einsatz in der medizinischen Diagnostik ermöglicht. Die „FLASH“-Technik (Fast Low Angle Shot), bei der ein physikalischer Trick hilft, Pausen während des Bildgebungsverfahrens zu beseitigen, verhalf so der MRT zum Durchbruch. Heute werden auf der Welt pro Jahr mehr als 100 Millionen MRT-Untersuchungen gemacht. FLASH ist das erfolgreichste Patent der Max-Planck-Gesellschaft überhaupt.

Ist das Göttinger Team an weiteren Entwicklungen beteiligt? 

Ja. 2010 beschleunigten sie das MRT-Verfahren noch einmal deutlich, reduzierte die Einzelmessungen pro Bild. Die Messzeit pro Bild beträgt eine Hundertstelsekunde. Damit entstand einen neue Welt der Bildgebung: Nun sind Echtzeit-Filme aus dem Inneren des Körpers möglich. Gelenk-, Sprechbewegungen können live beobachtet werden, ebenso der Schluckvorgang und das schlagende Herz. Die Uni-Medizin hat sogar ein eigenes Gebäude für zwei hochmoderne Tomographen gebaut. Das Echtzeit-MRT wird dort und an weiteren Uni-Kliniken für den klinischen Einsatz erprobt.

www.biomednmr.mpg.de

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