Bund streicht wichtige Zuschüsse für Integrationsprojekte

Jobs für Arbeitslose: Kreis fehlt viel Geld

Bernhard Reuter
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Bernhard Reuter

Landkreis Göttingen. Der Landkreis Göttingen ärgert sich über die Sparwut der Bundesregierung: Standen vor vier Jahren noch über 19 Millionen Euro zur Verfügung, um Hartz-IV-Empfänger wieder für den Arbeitsmarkt fit zu machen, so sank diese Summe im laufenden Jahr auf gut acht Millionen Euro.

Landrat Bernhard Reuter kritisiert diese Entwicklung. Sie führt aus seiner Sicht dazu, dass dem Landkreis Göttingen die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erschwert wird. „Die Kürzung ist in der Höhe nicht gerechtfertigt, denn die Zahl der Leistungsberechtigten ist nicht in gleichem Maße zurückgegangen“, macht Reuter deutlich.

Betroffene fallen in Loch

„Das bedeutet, dass wir Menschen, die weit weg vom Arbeitsmarkt sind und nicht mit einer Maßnahme integriert werden können, dann nicht weiterhelfen können“, so Bernhard Reuter. „Die notwendigen Folgemaßnahmen können wir nicht finanzieren. Diese Betroffenen fallen in ein Loch.“

Unterdessen ist Reuter mit der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in neue Jobs hoch zufrieden. Im vergangenen Jahr gelang es kreisweit bei 3842 Männern und Frauen, sie in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Hintergrund: Als sogenannte „Optionskommune“ ist der Landkreis für die Qualifizierung, Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen verantwortlich. Bei der Stadt Göttingen sind derzeit etwa 100 Mitarbeiter mit der Betreuung der Langzeitarbeitslosen befasst, beim Landkreis sind es 150. Die Zahl der „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ sank im vorigen Jahr von 13.209 auf 12.249.

Zu diesem guten Ergebnis habe natürlich auch die positive Konjunktur beigetragen, so Reuter. Gleichzeitig habe es sich bewährt, dass sich der Landkreis Göttingen auf bestimmte Gruppen von Betroffenen konzentriert. Dazu gehören laut Reuter beispielsweise Alleinerziehende. Für sie wurden die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder verbessert. Außerdem bemüht sich der Landkreis, auch für Betroffene über 50 sowie für Personen, die nach einer Rehabilitation wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen, neue Chancen auf einen dauerhaften Job zu finden.

Lehre für Ältere

Außerdem fördert der Landkreis derzeit, dass Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung in diesem Alter noch eine Lehre durchlaufen. „Da ist ein großes Potenzial“, sagt Reuter.

Konkret: 1800 Betroffene aus dieser Altersgruppe beziehen im Landkreis derzeit Unterstützungs-Leistungen. Nach Darstellung von Reuter fehlen zum Beispiel viele Fachkräfte im Bereich der Altenpflege im Landkreis Göttingen.

Im laufenden Jahr hat sich die Situation im Landkreis allerdings verschlechtert. Hintergrund ist die negative wirtschaftliche Entwicklung. Dadurch ist die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger wieder auf 13.472 angestiegen.

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