Johanna Wanka besuchte Grenzlandmuseum Teistungen

Bildungsministerin: "Land bei Grenzmuseum-Förderung in der Pflicht"

+
Eindrucksvoll: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka schaut sich das Grenzlandmuseum an. Jeder, der fast 900 weißen Holzklötze steht für einen Toten an der früheren innerdeutschen Grenze. Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (rechts) und der pädagogische Leiter des Grenzlandmuseums Teistungen, Ben Thustek, vor dem Kunstwerk der Künstlerin Dagmar Calais.

Teistungen. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka  (CDU) will sich für eine institutionelle Förderung des Grenzlandmuseums Teistungen durch das Land Niedersachsen  stark machen. Es gibt ohne eine verankerte Finanzierung Niedersachsens keine derartige Förderung durch den Bund.

Thüringen zahlt für das Museum an der früheren innerdeutschen Grenze bei Duderstadt bereits jährlich 100.000 Euro.

Wanka sagte, ihr Engagement für diesen Wunsch von Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte  und dem Vorsitzenden des Trägervereins, Horst Dornieden, bei einem Besuch des Grenzlandmuseums zu. Der Grenzübergang war nach Helmstedt-Marienborn der zweitgrößte an der früheren Ostgrenze Niedersachsens zur ehemaligen DDR.

Das Museum hat einen Jahresetat von 320.000 Euro. Damit müssen der laufende Betrieb, Sonderveranstaltungen und etwa 25 Mitarbeiter bezahlt werden. Thüringen hat seine Förderung bereits institutionalisiert. Niedersachsen beschränke sich aber nur auf die Zur-Verfügung-Stellung von Lehrerstunden für die pädagogische Arbeit, kritisiert der örtliche Landtagsabgeordnete Lothar Koch (CDU) und wird deutlich: „Niedersachsen macht sich einen schlanken Fuss.“

Johanna Wanka unterstrich die Bedeutung der Arbeit im Museum für die jungen Generationen, die die vor 25 Jahren gefallene Grenze nicht mehr aus eigener Anschauung erlebt haben. Die Finanzierung von Niedersachsens Anteil hält sie für unproblematisch, auch weil das Land von 2015 an 110 Millionen Euro vom Bund für Bildungsaufgaben erhält.

Außerdem sprach sich die Politikerin dafür aus, dass nach dem Vorbild Berlins die knapp 900 Todesfälle an der innerdeutschen Grenze biografisch aufgearbeitet werden. Wünschenswert sei auch die eine Erfassung und Bewertung der vielen kleinen Sammlungen, die auch von Privatleuten entlang der früheren Grenze zusammengetragen worden sind.

Bürgermeister Nolte und der Trägervereins-Vorsitzende Dornieden kündigten an, dass die Gedenkstätten KZ-Mittelbau Dora bei Nordhausen, das Museum des Grenzdurchgangslagers Friedland und das Grenzlandmuseum Teistungen eine Kooperation anstreben.

Auf kurzem Weg könnte so beispielsweise Schülern Geschichte nicht nur isoliert sondern in ihren Folgen von den Nazis bis heute nahe gebracht werden. (zhp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.