In Hannover feierten mehrere Parteien – die Grünen aber besonders laut

Jubelorkan im Grünen-Zentrum

Jubel, Jubel, Jubel: Die Grünen sind die Sieger der Landtagswahl 2013 – und sie könnten in der neuen Landesregierung eine Spielmacherrolle einnehmen. Stefan Wenzel und Anja Piel stehen für Minister-Posten bereit. Claudia Roth jubelt ohnhin gerne. Foto: dpa

Göttingen/Hannover. Polizeiruf 110 oder Tatort am Sonntag, sie konnten an diesem Wahlsonntag einpacken – das Drama liefern die Wähler, sie ließen die Landtagswahl-Hochrechnungen zum Spannungshöhepunkt des Abends werden.

Und das wurde bei einem Anruf von Stefan Wenzel deutlich, der war natürlich bei der Wahlparty der Grünen in Hannover.

„Warten Sie, es gibt eine neue Hochrechnung“: Stefan Wenzel schreit ins Telefon. Eigentlich wollte er ein Statement zu seinem Ergebnis in Göttingen-Stadt abgeben. Doch die Aktualität lässt diese Absicht zur Nebensache werden. „Wir sprechen gleich weiter.“

Ohrenbetäubender Lärm bricht los, als die Hochrechnung um 22.24 Uhr in der Parteizentrale bei der Wahlparty der Grünen in Hannover übertragen wird. Ein erster Jubelschrei bei der SPD, dann kurz darauf ein Jubelorkan, als das Grünen-Ergebnis auf der Mattscheibe erscheint. Wenzel ist nicht mehr zu hören.

Kurz darauf hat der Spitzenkandidat der Grünen bereits die nüchternen Prozentzahlen in Mandate umgerechnet: „Wir sind 0,3 vorn, wir sind 0,3 vorn – das reicht, das reicht!“ Es ist „nur“ eine Hochrechnung, doch die Schreie von Stefan Wenzel in sein Handy klingen beinahe wie das legendäre „Aus, Aus, Aus! der Fußball-Reporter-Legende Herbert Zimmermann anno ´54.

Aber es ist eben noch nicht aus – das Herzschlag-Finale um die Landtagswahl 2013. Und Wenzel ist mittendrin im Hexenkessel am Sonntagabend. „Wir müssen telefonieren , wenn es wieder ruhiger ist – die Nacht wird noch lang! Und für uns ist alles drin“, ruft Wenzel durch das Telefon.

Nicht aber ohne kurz auf das Ergebnis in Göttingen einzugehen. „Ich bin sehr zufrieden, die 28,5 Prozent sind glaube ich das stärkste Ergebnis, was wir in Göttingen je hatten. Auch die 23,5 Prozent für mich sind ein Bestwert – bei der Bürgermeisterwahl hatte ich 19,9 Prozent.“ Dann bricht die Verbindung ab.

Um 22.50 Uhr vermutlich wäre gar nichts mehr zu verstehen gewesen: Dann meldet die ARD in der Hochrechnung eine Mehrheit für Rot/Grün. Eine hauchdünne Mehrheit von einem Mandat.

Aus, aus Aus! Das Spiel ist aus. Deutschland ist zwar (noch) kein Weltmeister, aber Stefan Wenzel spielt wohl bald in der Regierungsmannschaft in Hannover mit.

Von Thomas Kopietz

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