Zwei Premieren im April

Junges Theater setzt Känguru Chroniken in Szene

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Bringen die Känguru-Chroniken auf die Bühne (von links): Marius Prill, Känguru-Darsteller Peter Christoph Scholz, Franziska Lather, Kleinkünstler-Darsteller Karsten Zinser und Regisseur und Intendant Nico Dietrich. 

Göttingen. Mit Radio Fritz wurden sie berühmt, jetzt bringt auch das Göttinger Junge Theater (JT) sie auf die Bühne: die Känguru Chroniken von Marc-Uwe Kling.

„Der Erfolg geht aufs Theater über“, stellt Intendant und Regisseur Nico Dietrich fest. Noch vor der Premiere sind die Karten für alle 15 Vorstellungen der Känguru Chroniken restlos ausverkauft. „Das gab’s noch nie.“ Wegen des großen Ansturms hat das Theater nachgelegt und verspricht fünf weitere Vorstellungen für Ende Juni.

Wer sie nicht kennt: In den autobiografischen Chroniken von Autor Marc-Uwe Kling lebt ein Kleinkünstler mit einem kommunistisch-anarchistischen Känguru zusammen. In der Wohngemeinschaft werden Fragen besprochen: Wie passt die Essenz des Hegel‘schen Gesamtwerkes in eine SMS? Ist das Liegen in einer Hängematte schon passiver Widerstand?

Den Theatern vorgegriffen

Weil er nicht wollte, dass seine Chroniken in beliebiger Fassung auf Bühnen gehoben werden, hat der Autor vorgegriffen und selbst eine szenische Fassung geschrieben. Er thematisiert darin das Theater – ein „toller Kniff“, findet Regisseur Nico Dietrich.

So diskutieren Känguru und der Kleinkünstler also im Stück darüber, welche Szenen in die Theaterfassung kommen. Nico Dietrich bringt noch eine weitere Figur ins Spiel: die Souffleuse, gespielt von Franziska Lather, die den beiden zeitweise die Show stielt. So viel wird noch verraten: Es gibt laute Musik von Nirvana und Hirschgeweihe im Bühnenbild.

Stück für Jugendliche mit DT

Noch eine Premiere hat das Junge Theater für April in Kooperation mit dem Deutschen Theater (DT) angekündigt: „Invasion!“ von Jonas Hassen Khemiri beschäftigt sich mit Fragen nach der kulturellen Identität. „Das Stück hat heute noch eine unglaubliche Aktualität“, sagt Mit-Dramaturgin Vanessa Wilcke. 2006 ist es an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt worden.

Zwischen den Polen Multikultur und Terrorangst, Islamphobie und Willkommenskultur spannen sich Situationskomik und eine positive Form von Chaos auf. Dazwischen fällt immer wieder der Name Abulkasem. Die Jugendlichen im Stück erobern sich den Begriff und nutzen ihn als Ersatzidentität oder hippe Jugendsprache. Vier Schauspieler des JT und des DT teilen sich die vielen Rollen. Gespielt wird auf einem Steg zwischen den Zuschauern.

Mit Erfolgsproduktionen wie „Ziemlich beste Freunde“ oder „Im Westen nichts Neues“ hat das Theater in letzter Zeit viel Publikum bekommen. Die Chroniken „sind da nur die Kirsche auf der Torte“, sagt Intendant Nico Dietrich. 

Känguru Chroniken: Premiere am 8. April, 20 Uhr, ausverkauft. 

Invasion!: Premiere am 20. April, 20 Uhr. Am 25. April wird es eine Vorstellung für Lehrer geben.

www.junges-theater.de

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