Käfer fasziniert Nachwuchs-Forscher

Genetisches Studienobjekt: der Reismehlkäfer. Fotos: Uni Göttingen/nh

Göttingen. Der Biologe Prof. Dr. Gregor Bucher von der Universität Göttingen hat eine Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten.

Als Auszeichnung für herausragende wissenschaftliche Leistungen fördert die DFG seine Professur an der Fakultät für Biologie und Psychologie über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 550 000 Euro.

Prof. Bucher forscht am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie auf dem Gebiet der Entwicklungsgenetik. Mit dem Programm der Heisenberg-Professuren will die DFG exzellenten jungen Forscherinnen und Forschern eine attraktive Karriereperspektive im deutschen Wissenschaftssystem eröffnen.

Prof. Dr. Gregor Bucher

Gregor Bucher, Jahrgang 1970, studierte Zoologie, Genetik und medizinische Physiologie und wurde 2002 an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Nachdem er als freiberuflicher Wissenschaftsjournalist arbeitete, kam er 2004 als Postdoktorand an die Universität Göttingen. 2006 wurde er Nachwuchsgruppenleiter des Göttinger Zentrums für molekulare Biowissenschaften (GZMB) und auf eine Juniorprofessur für Entwicklungsgenetik berufen.

Schon während seiner Promotion untersuchte er die Evolution des Reismehlkäfers (Tribolium castaneum). Dabei ging es zum Beispiel um die Frage, welche genetischen Unterschiede mit der Evolution neuer Insektengruppen verbunden sind. In der Zwischenzeit wurden – unter anderem in Gregor Buchers Labor – neue Techniken zur Untersuchung des Mehlkäfers entwickelt. Derzeit versucht seine Arbeitsgruppe herauszufinden, welche genetischen Netzwerke und Zellbewegungen bei der Entwicklung des Insektenkopfes und des Gehirns beteiligt sind. Da die vordersten Regionen bei allen Tieren erstaunliche Ähnlichkeiten aufweisen, untersuchen seine Mitarbeiter dabei auch viele Gene, die beim Menschen an der Embryonalentwicklung des Vorderhirns beteiligt sind.

Seit 2010 leitet Prof. Bucher die DFG-Forschergruppe „iBeetle: Functional Genomics of Insect Development and Metamorphosis“. Dieses Wissenschaftler-Konsortium will bestimmen, welche Gene des Mehlkäfers an welchen Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Dadurch soll es in Zukunft möglich sein, den Mehlkäfer als zweites genetisches Insekten-Modellsystem für Studien zu verwenden, die bisher auf die Fruchtfliege Drosophila melanogaster beschränkt blieben. (bsc)

Kontakt: Prof. Dr. Gregor Bucher, Fakultät für Biologie und Psychologie der Universitäts Göttingen, Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie, Justus-von-Liebig-Weg 11, 37077 Göttingen, Tel. 0551/ 39-5426, E-Mail: gbucher1@uni-goettingen.de

http://wwwuser.gwdg.de/~gbucher1

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