Käufer Hamburg-Team: Sartorius-Quartier könnte 2020 fertig sein

Göttingen. Die Planung am Sartorius-Quartier geht voran: Das seit 1898 von dem Unternehmen genutzte Gelände in der Nordstadt kauft das Unternehmen Hamburg Team.

Das Quartier soll Anfang der 2020er-Jahre fertig sein. Bereits Ende 2017 werden keine Sartorianer am „Hauptwerk“ mehr arbeiten.

Dritte Bürger-Info

Das wurde während der dritten Bürgerinformation von Unternehmen und Stadt am Mittwochabend bekannt. Etwa 100 Gäste, darunter viele Nachbarn aus der Nordstadt, waren bei der Präsentation in einer historischen Halle des Hauptwerkes.

Käufer Hamburg Team

Das Gelände geht komplett an das mittelständische Entwicklerunternehmen Hamburg Team. Ein Preis wurde nicht genannt. Über den Verkauf zeigte sich Sartorius-Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg im Gespräch erfreut: „Eine gute Lösung!“ Sartorius habe weder groß investieren noch das Gelände selbst entwickeln, aber in den Planungen mitwirken wollen. Das sei in einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt gelungen. „Es war ein sehr konstruktives Miteinander.“ Kreuzburg freut sich auch darüber, dass es zügig vorangeht und möglichst auch zeitweise keine Brache entsteht.

Den Ball nahm Peter Jorzick vom Hamburg Team an und spielte ihn zurück: Oft habe sein Unternehmen ein abgezäuntes Terrain übernommen, ohne Vorplanungen. Das sei beim Sartorius Quartier anders: Die Vorarbeiten und Ideen werde man aufgreifen, sie entsprächen den eigenen Vorstellungen.

450 Wohnungen

Man wolle das Quartier gemäß dem Leitbild von Stadt und Sartorius, „Bilden, Gründen, Wohnen“, entwickeln und einen neuen Mittelpunkt in der diffus gewachsenen Nordstadt schaffen. Entstehen sollen bis zu 450 Wohnungen, Lehrgebäude für den schon dort angesiedelten Gesundheitscampus Göttingen von Universitätsmedizin und HAWK mit bis zu 600 Studierenden sowie Raum für Firmengründer – aber auch mehr Frei- und Grünflächen, als der Industriestandort bietet. Auch ein Hotel und Gastronomie ist in Planung.

Hamburg Team wird nun Investoren suchen und am Ende als Vermieter der Immobilien agieren.

Sartorius ist 2017 raus

Damit alles gebaut werden kann, müssen alte Gebäude geräumt und abgerissen werden: Sartorius wird nach Fertigstellung der schon fertigen neuen Produktionshallen am Campus im Industriegebiet Grone auch den Bereich Verwaltung, Marketing und Vertrieb mit etwa 300 Mitarbeitern in dort gerade entstehende Gebäude umsiedeln – in der zweiten Jahreshälfte 2017.

Abriss Anfang 2017

Die Abrissbirnen werden am Hauptstandort aber schon Anfang 2017 pendeln: Dann soll der Abbruch von Gebäuden, vornehmlich der Hallen entlang der Annastraße starten. Bis Anfang 2018 sollen dann auch die Gebäude zur Hannoverschen Straße samt Container verschwunden sein. Hier werden bis zu sechsgeschossige Riegelbauten entstehen, die eine Abschottung zur viel befahrenen Straße sein werden.

Im Zentrum des Quartiers bleiben die historischen Hallen stehen. Realist und Tempomacher Joachim Kreuzburg wünscht sich in der bestehenden Gasse dazwischen „einen Croissant-Stand, wo jemand einen guten Kaffee machen kann“.

Quartier-Entwickler Jorzick und Kaffeefreund Oberbürgermeister Rolf-Georg-Köhler hörten aufmerksam-amüsiert zu – sie schienen die träumerische Vorstellung Kreuzburgs durchaus zu teilen. (tko)

Von Thomas Kopietz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.