Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl: Siegfried Lieske (Grüne)

Siegfried Lieske, Kandidat der Grünen – mit grüner Krawatte – für die Oberbürgermeisterwahl in Göttingen, hier vor der Lichtenberg-Skulptur an der Paulinerkirche. Foto: nh
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Siegfried Lieske, Kandidat der Grünen – mit grüner Krawatte – für die Oberbürgermeisterwahl in Göttingen, hier vor der Lichtenberg-Skulptur an der Paulinerkirche. Foto: nh

Göttingen. Er hat eine solide, gehobene Beamtenstelle inne. Doch der Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung der Stadt Göttingen, Siegfried Lieske (59), will mehr: Oberbürgermeister werden. Lieske tritt für die Grünen an.

Danach sah es zunächst nicht aus. Denn der jetzige Kandidat war in der Findungsgruppe dabei: „Wir wollten eine Frau ins Rennen schicken.“ Doch aussichtsreiche Bewerberinnen sagten ab, und so wurde Lieske gefragt. Zunächst tippte er sich mit dem Finger an die Stirn. „Warum sollte ich das tun?“ Dennoch setzte er sich hin, schrieb Ideen und Ziele nieder, für den Fall, dass er OB wäre. „30 Seiten habe ich vollgeschrieben.“

Also wurde er – nach Beratung mit seiner Frau – OB-Kandidat und gewann die interne Wahl. Und nun gefällt dem gebürtigen Niedersachsen aus der Grafschaft Bentheim, der seit drei Jahren in Göttingen lebt und arbeitet, diese Rolle.

„Ich war immer einer, der etwas voranbringen wollte.“ Leitende Positionen mied er deshalb nicht, wurde als Sonderpädagoge Schulleiter einer Förderschule in Büren, arbeitete in der Schulaufsicht in Bielefeld und bei der Bezirksregierung in Detmold. 2011 dann der Wechsel nach Göttingen. Lieske wurde Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung – und macht auch hier Politik bei den Grünen. Sein Werdegang zu der Partei ist der vieler Ur-Grüner: erst Friedensbewegung, dann seit 1984 Mitglied. Ins Grünen-Bild passt auch, dass Lieske liebend gern Fahrrad fährt und die Stadt noch viel fahrradfreundlicher machen will. Dass das ein schwieriges Thema ist, weiß er. Aber: „Wir müssen uns grundsätzlich über die Verkehrslenkung Gedanken machen – auch auf den Haupteinfallsstraßen.“

Weiterer Schwerpunkt für Lieske als OB wäre die systematische Entwicklung im Wohnungsbau. „Geld ist in der Stadt durchaus vorhanden“, sagt Lieske und meint Partner und Gesellschaften. „Wir müssen aber wieder langfristig eine Flächenplanung betreiben, da ist einiges versäumt worden.“

Aber ganz oben auf der 30-Seiten-To-Do-Liste steht für den Vater dreier erwachsener Kinder: „Man muss zuerst mit den Menschen reden, bevor man etwas plant.“

Besser verbinden könne man laut Lieske auch die Uni, Institutionen, die sich um eine bessere Willkommenskultur verdient machen und die Stadtverwaltung. Um sein Arbeitsfeld Schule steht es in Göttingen seiner Meinung nach gut. Das solle und müsse so bleiben, sagt Lieske.

Seine Amtszeit als Dezernent endet 2019. „Mit 64 könnte man dann nach einem erfüllten Arbeitsleben in Ruhestand gehen“, sagt Lieske, der das aber nicht will. Denn es gilt, 30 Seiten mit Plänen und Ideen umzusetzen. Und wenn Lieske nicht Oberbürgermeister wird, dann sind diese Ideen für den aktiven Gestalter und Grünen-Politiker alles andere als verloren – im Gegenteil. „Das bleibt.“

Der Gestalter will aber bekanntlich mehr. Und er sieht durchaus Chancen in eine Stichwahl einzuziehen. Dementsprechend locker und präsent tritt er bei den Podiumsveranstaltungen auf. Man merkt: Es macht Spaß, Kandidat zu sein.

Von Thomas Kopietz

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