Wahl am Sonntag

Kandidaten fürs Oberbürgermeisteramt in Göttingen im Check

Göttingen. Ein Quintett geht am Sonntag bei der Göttinger Oberbürgermeisterwahl ins Rennen. HNA-Redakteur Thomas Kopietz hat Stärken, Schwächen und Möglichkeiten der Bewerber unter die Lupe genommen.

Rolf-Georg Köhler (SPD):  62 Jahre, Geschäftsführer Städtische Wohnungsbau GmbH.

Rolf-Georg Köhler

• Plus: Kennt die Stadt als Ur-Göttinger aus dem Eff-Eff; Sozialdemokrat alter (Brandt)-Schule; kommunikativer Mensch; große kommunalpolitische Erfahrung; Wohnungsbau-Experte; gut vernetzt; Hoher Bekanntheitsgrad.

• Minus: Kritiker sagen ihm nach, zu euphorisch und manchmal zu oberflächlich zu sein; mit 62 Jahren nicht mehr der Jüngste und kein Gesicht der Zukunft; zu vernetzt.

• Chancen: Favorit. Wahrscheinlich ist der Einzug in die Stichwahl am 15. Juni.

• Tipp für Sonntag: 42 Prozent

Dr. Martin Rudolph (parteilos):  55 Jahre, Geschäftsführer IHK Südniedersachsen.

Dr. Martin Rudolph

• Plus: Souveränes, verbindliches Auftreten; gute Verbindungen zu Unternehmen und zur Universität Göttingen durch seine Tätigkeit und gemeinsame Projekte; als Parteiloser Kandidat nicht im Klüngel verfilzt und an Partei gebunden.

• Minus: Nicht in allen Schichten der Bevölkerung gut bekannt; Rudolph hat wenig politische Erfahrung. Bei einer Wahl hätte er die Ratsmehrheit gegen sich.

• Chancen: Aussichtsreicher Kandidat - auch für die Stichwahl.

• Tipp für Sonntag: 33 Prozent

Siegfried Lieske (Grüne):  59 Jahre, Dezernent Schule und Ordnung der Stadt.

Siegfried Lieske

• Plus: Besonnener, ruhiger Typ; viel Erfahrung in der politischen Arbeit; er weiß, wie eine Verwaltung tickt; hatte mehrere leitende Tätigkeiten inne; sucht die Verantwortung; punktete mit Lockerheit und Klarheit bei einigen der Podiumsdiskussionen.

• Minus: Erst seit drei Jahren in Göttingen - daher nicht der breiten Masse bekannt; durch die Abschiebeaktionen von Asylbewerbern oft in der öffentlichen Kritik.

• Chancen: Außenseiter mit Potenzial; und: Göttingen ist Grünen-Hochburg.

• Tipp für Sonntag: 17 Prozent

Dr. Eckhard Fascher (Linke): 52 Jahre: Promovierter Sozialwissenschaftler.

Dr. Eckhard Fascher

• Plus: Großer Erfahrungsschatz; über mehr als drei Jahrzehnte in der Kommunalpolitik und politischen Gremien; Engagement für Menschen aus schwächeren sozialen Schichten; zurückhaltender Typ, der nicht unbedingt ins Rampenlicht drängt.

• Minus: Fascher hat als Linker keinen starken Rückhalt im Rat der Stadt Göttingen und den Gremien; kein starker Repräsentant; einem breitem Publikum in Göttingen eher unbekannt.

• Chancen: Keine Chance aufs Amt und eine Stichwahl.

• Tipp für Sonntag: 6 Prozent

Katharina Simon (Piraten):  53 Jahre, Mitarbeiterin in der Jugendhilfe des Landkreises.

Katharina Simon

• Plus: Vorteil ist ihre Unbefangenheit; nicht gebunden an parteiinterne Richtungen und Vorgaben; Erfahrungsschatz in der sozialen Arbeit; gute Kontakte zu Menschen in der Stadt; Mut auch zu unpopulären Aussagen; könnte als einzige Kandidatin Stimmen von Frauen holen.

• Minus: Nicht viel Stimmenpotenzial über die Partei; stand bisher wenig in der Öffentlichkeit; manchmal bei Statements forsch, aber nicht gut vorbereitet.

• Chancen: Keine Chance auf den Titel Oberbürgermeister und eine Stichwahl.

• Tipp für Sonntag: 2 Prozent

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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