Kardiologe implantiert Herzschrittmacher in Kenia

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Provisorische Bedingungen: Eine Stehlampe dient als OP-Leuchte bei den Implantationen am Kenyatta National Hospital in Kenia.

Göttingen. Drei Ärzte aus verschiedenen Teilen Deutschlands haben einen Verein ins Leben gerufen, um das zu tun, was sie am besten können: Sie implantieren herzkranken Menschen in Ostafrika Schrittmacher und retten damit Leben.

Laut der World Health Organization (WHO) sterben in Kenia jährlich viermal mehr Menschen an Herzkrankheiten und Diabetes als in Deutschland. Den Verein Herzschrittmacher für Ostafrika gründete der Göttinger Kardiologe Dr. Claudius Hansen vor zwei Jahren, gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Carsten Israel (Bielefeld) und Dr. Sergio Richter (Leipzig).

Seither fliegen sie immer im Januar mit einem Helferteam nach Kenia, um dort herzkranken Menschen kostenlos am Ken-yatta National Krankenhaus in Nairobi zu helfen. Dass sie ausgerechnet im für Afrikas Verhältnisse relativ wohlhabenden Staat Kenia gelandet sind, ist mehr oder minder Zufall, sagt Hansen. Sein Kollege und Freund Carsten Israel ist mit einer Kenianerin verheiratet und als sie 2008 gemeinsam für ein Projekt im Kenyatta Hospital arbeiteten, fielen ihnen die katastrophalen Herzwerte vieler Patienten auf. „Viele Menschen vor Ort sterben an Herzfehlern, weil sie weder Geld für eine Behandlung noch für Medikamente haben“, erklärt der Kardiologe.

Bei jedem ihrer Aufenthalte operieren die Ärzte bis zu 40 Patienten. Die Reisen zahlt das Team privat. Die Herzschrittmacher und steriles Operationsmaterial sind Spenden der jeweiligen medizinischen Hersteller.

Da alle Produkte nach Afrika eingeführt werden, führe man detailliere Patientenaktien, um für größtmögliche Transparenz zu sorgen, betont Hansen (47), der als Belegarzt im Herz & Gefäßzentrum des Göttinger Krankenhauses Neu-Bethlehem arbeitet. Beim diesjährigen Einsatz vor zwei Monaten kamen die Patienten bereits aus den angrenzenden Staaten angereist, um eine Behandlung zu bekommen, die sie aus eigener Tasche nie finanzieren könnten.

In Afrika kostet die Implantation eines Herzschrittmachers zwischen 5000 und 8000 Euro. Nur reiche Afrikaner können sich solch einen Eingriff leisten Ein weiteres Ziel ist es, langfristig Ärzte für die Behandlungsmethode anzulernen, um eine bessere kardiologische Versorgung zu schaffen.

Information und Spenden: 
www.herzschrittmacher-fuer-ostafrika.de

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